Full text: Die Social-Demokratie

14 HI. Umsturz b. L ibnung burch bit Soc.-Demokratlt. 
die Social-Deniokratie nicht in Verlegenheit, reizt sie vieltnehr 
zu höhnischer Gegenrede. In der That liegt auch in der Absicht 
des Socialisnius gerade das Gegentheil des „Theilens." Nicht 
ein in gleiche Theile zerstückelter Privatbesitz, sondern ein un. 
getheilter und unzerstückelter Gemeinbesitz ist sein Ziel. Tie 
Spitze des Socialismus ist der Kommunismus. Er ver 
sieht darunter die Umwandlung alles Privatbesitzes an Grund 
und Boden und an allen Arbeitsinstrumenten in gemein 
schaftlichen Besitz. Unter Arbeitsinstrumenten sind nicht die 
bei der Arbeit erforderlichen Werkzeuge im engeren Sinne 
nur verstanden, sondern die Summe aller der Gegenstände, 
ohne welche eine Arbeit, die Herstellung von Gebrauchsgegen 
ständen unmöglich ist. Dazu gehören außer den Maschinen 
und Werkzeugen im engeren Sinne die Rohstoffe, Fabrik 
gebäude rc., kurz das ganze zur Produktion, zu einem indu 
striellen Betrieb erforderliche Anlage- und Betriebskapital. 
Denken wir bei dem Wort „Capital" nicht ausschließlich an 
eine Geldsunlme, sondern an Alles, was die Arbeit als noth 
wendige Unterlage braucht, uni produktiv z,l werden und 
Gebrauchsgegenstände zu schassen, so können wir sagen: der 
socialistische Kommunismus ist der gemeinschaftliche Grund- 
und Kapitalbesitz an Stelle des Privatelgenthumes an Grund 
Boden und au Kapital im weitesten Sinne. 
sieben der kommunistischen Eigenthumsform läßt der 
Socialismus auch noch in gewissenl Sinne ein Privateigen 
thum bestehen. Was der Einzelne sich mit dem ihm zufallen 
den Antheil an deni gesanimten Arbeitsertrag an Konsum- 
gegenständen erwirbt, bildet sein Privateigenthum. Die Kleider, 
die einer aus dem ì!eibe trägt, die tägliche Nahrung, der 
Hausrath, die Bilder, die an seinen Wänden hängen, die 
Bücher, welcher einer ansamnielt rc. bilden sein Privateigen 
thum. Der Socialismus läßt nur die zum persönlichen Ber-
	        
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