Full text : Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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Das  Methylgrün  ist  dadurch  characterisirt,  dass  es  beim  Erwärmen  (z.  B.
beim  heissen  Bügeln  gefärbter  Waaren)  in  Violett  übergeht.
Eine  bedeutende  Cjoncurrenz  ist  dem  Methylgrün  in  dem  Malachitgrün  erwachsen, ­
  dem  Product  der  Einwirkung  von  Benzotrichlorid  auf  Methylanilin.
Wenn  auch  als  Farbe  etwas  weniger  fein,  wie  das  Methylgrün,  hat  dies  neue  Product ­
  bei  gleichem  Preise  eine  fast  dreifache  Ergiebigkeit:  es  genügt  ein  Theil
davon,  um  500  Theile  Wolle  in  mittlerer  Stärke  zu  färben.
Betrachten  vnv  die  Krankenbewegung  in  diesem  Raume,  so  finden
wir  bei  einem  durchschnittlichen  Arbeiterbestande  von  8  Mann  pro
Jahr  zwischen  4  und  5,  im  Durchschnitt  55  pCt.  Erkrankungen.  Von
denselben  —  25  in  den  letzten  5  Jahren  —  entfallen  11  auf  Verletzungen, ­
  6  auf  die  Athmungsorgane  u.  s.  w.  —  Tab.  E.  9;  Erkrankungen, ­
  welche  mit  der  Fabrikation  in  Verbindung  stehen,  kamen
keine  vor.  Von  den  Arbeitern  waren  3  zwischen  3  und  6  Jahre  und
2  durch  11  Jahre  in  dem  Raume  beschäftigt.
Fütterungsversuche  in  der  Dauer  und  Dose  der  vorhererwähnten
mit  Methylgrün,  Malachitgrün  und  pikrinsäurehaltigem  Grün  hatten
keinen  nachtheiligen  Einfluss  auf  die  betreffenden  Thiere;  ebensowenig
Injectionen  von  Methyl-  und  Malachit-Grün.  Dagegen  verendete  ein
Lapin  zwei  Stunden  nach  einer  Injection  von  2  Spritzen  einer  1  pCtigcn
Lösung  von  pikrinsäurehaltigem  Grün  unter  Lähmungserscheinungen,
nachdem  derselbe  durch  mehrere  Tage  die  Injection  einer  Spritze  gut
vertragen  hatte.  In  den  Eingeweiden  konnte  der  grüne  Farbstoff,
nicht  aber  Pikrinsäure  nachgewiesen  werden.
7)  Der  Eosiii-Raiiiii.
Das  ResorCin  —  ein  hydroxylirtes  Phenol  oder  Diphenol  —
welches  aus  dem  disulfobenzolsauren  Natron  durch  Schmelzen  mit
Aetznatron  entsteht  und  der  in  Wasser  gelösten,  mit  Salzsäure  zersetzten ­
  Schmelze  durch  Schütteln  mit  Aether  entzogen  wird,  ist  ein
in  Wasser,  Alkohol  und  Aether  leicht  löslicher  Körper  von  unangenehmem, ­
  kratzend  süssen  Geschmack;  es  krystallisirt  in  farblosen
Tafeln,  die  sich  an  der  Luft  bald  bräunen.
Bei  der  Kuppelung  des  Resorcin’s  mit  Phtalsäuro  (einem  Oxydationsproduct
des  Naphtalin’s)  entsteht  das  Flnoi'escfe'in,  welches  in  alkalischen  ^Flüssigkeiten
auch  bei  sehr  grosser  Verdünnung  eine  prachtvoll  grüne  Fluoroscenz  zeigt.  Das
Eosin  (von  Eos,  Morgenröthe)  ist  das  Kaliumsalz  des  Totrabromfluoresceins;  seine
wässrige  Lösung  ist  im  durchfallenden  Licht  schön  gelbroth  und  zeigt  eine  grüngelbe ­
  Fluorescenz.  Ein  brillanter  FarbstoiT  auf  Seide,  Wolle  und  Baumwolle  bildet
das  Eosin  mit  Metalloxyden  schön  gefärbte  Lacke,  und  haben  namentlich  die  Zinkverbindungen
  eine  grosse  Wichtigkeit  erlangt.
            
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