Full text : Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals

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Von  Interesse  für  den  betreffenden  Canal  ist  ferner

der  directe  Wasserverkehr  zwischen  Elbe  und  Stettin.
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Lohmeyer’s  Bericht  über  den  Elb  -  Trave  -  Canal  giebt  an,  dass  den  Finow-Canal
  mit  Fracht,  direct  von  der  Elbe  nach  Stettin  gehend,  passirten:
in  1874  787  Ladungen  mit  ca.  70  830  Tonnen
„  1879  1155  „  „  110  609
Dieser  Verkehr  erstreckt  sich  in  der  Hauptsache  auf  den  Wassertransport
Magdeburg-Stettin,  in  kleineren  Posten  auch  auf  Hamburg-Stettin.
Weil  der  Wasserweg  von  der  Ober  -  Elbe  nach  Stettin  zur  Zeit  auf  zu  grosse
Umwege  angewiesen  ist,  gehört  der  directe  Verkehr  von  hier  nach  Stettin  noch  zu  den
Ausnahmen.

Selbst  vom  Packhof  Dresden  ab  wurden  direct  nach  und  von  Berlin  per
'  Wasser  nur  verfrachtet:
1878  1879  1880
von  Berlin  nach  Dresden  Tonnen  100  619  585
„  Dresden  „  Berlin  „  —  —  IQQ
Sa.  Tonnen  100  619  685

Wie  aus  den  vorstehenden  Zusammenstellungen  hervorgeht,  hat  sich  auf  allen
den  genannten  benachbarten  Wasserstrassen  der  Verkehr  seit  Jahren  steigend  entwickelt ­
  und  überall  eine  bedeutende  Frequenz  angenommen.  Die  neue  Wasserstrasse,
so  schliesst  man,  kürzt  den  Weg  wesentlich  ab,  sie  wird  daher  mindestens  dieselbe
Verkehrsentwickelung  aufzuweisen  haben.  Mag  diese  Schlussfolgerung  nach  der  Analogie
des  Verkehrs  auf  anderen  Wasserstrassen  auch  nicht  sicher  sein,  so  dürfte  sie  doch  in
dem  vorliegenden  Falle  als  wahrscheinlich  zutreffend  anzusehen  sein.
Welchen  Einfluss  diese  Abkürzung  des  Weges  auf  die  Ermässigung
der  Frachtsätze  ausüben  wird,  bedarf  noch  näherer  Untersuchung.  In  der  folgenden
Tabelle  sind  die  gegenwärtigen  Frachtsätze  der  Eisenbahnen  und  des  Wassertransports
für  die  Verkehrs-Beziehungen  von  Berlin  mit  den  Elbstädten  Riesa,  Torgau,  Meissen,
Dresden,  Pirna,  Tetschen-Bodenbach  und  Aussig  zusammengestellt  und  ist
sodann  auch  der  Frachtsatz  angegeben,  der  sich  bei  Benutzung  des  Canals  ergeben
dürfte.  Die  Berechnung  ist  nur  für  Güter  der  Eisenbahn-Special-Tarife  I,  H  und  IIP)
durchgeführt  worden,  da  Güter  der  Wagenladungsclassen  A.  und  B.  sich  dem  Wassertransport ­
  weit  weniger  zuwenden.

*)  Anm.  Zu  Spe  ci  altar  if  I.  gehören  unter  Anderm:  Baumwolle,  Dachpappe,  Farbhölzer,
Getreide,  Gerbstoffe,  Glas,  Mühlenfabrikate,  Salzsäure,  schwefelsaure  Thonerde,  Stärkezucker,  Wolle,
Zucker  zum  Export  u.  s.  w.
Zu  Specialtarif  II.;  Asphalt,  Eisenblech,  Stabeisen,  eiserne  Röhren,  Eisenbahnschienen,
Eisendraht,  Flachs,  Bau-  und  Nutzholz,  auch  geschnitten  und  roh  bearbeitet,  Lumpen,  Melasse,  Oelkuchen,
  bearbeitete  Steine,  Steingut-  u.  Töpferwaaren,  Strohmasse,  Wasserglas  u.  s.  w.
Zu  Specialtarif  III.  (bez.  Ausnahmetarifen):  Gerberlohe,  Braunkohlen,  Gement,  Cementsteine-Platten
  und  Fliesse,  Drainröhren,  Düngemittel,  Roheisen,  Alteisen,  Erde,  Erze,  Gyps,  Heede,  Holzkohlen, ­
  Kalk,  Kartoffeln,  Knochen,  Kreide,  Röhren  von  Thon  und  Gement,  Salz,  Schiefer,  Steine,  Steinkohlen, ­
  Torf,  Werg  u.  s.  w.
            
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