Contents : Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals

Die  Leitung.

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Formen  dieses  Instanzenaufbaus  und  dieser  Kompetenzverteilung  sichtbar,  wobei ­
  der  Zweck  verfolgt  wird,  die  Vorteile  einer  klaren  Befehlsgewalt  mit  den
Vorteilen  der  höchstmöglichen  Bearbeitung  nach  Sachverständigkeit  in  geeigneter
Weise  zu  vereinigen,  gleichzeitig  aber  auch  die  Verantwortung  der  einzelnen  Betriebsleiter ­
  zu  erleichtern  und  eine  größere  Stetigkeit  der  Betriebsführung  zu
bewahren.
b)  Die  Ausübung  der  Befugnisse 1 .  Als  zweite  Frage  erscheint  im  Rahmen
des  instanziellen  Aufbaus  die  der  Form  der  Willensübertragung  einer  kurzen  Erörterung ­
  würdig,  da  durch  diese  Form  sowohl  die  unmittelbare  organisatorische
Wirksamkeit  stark  beeinflußt  wird,  als  auch  psychologische  Nebenwirkungen  ausgelöst ­
  werden,  welche  auf  die  organisatorische  Seite  zurückwirken.  Der  instanzielle
  Verkehr,  also  jede  Weiterleitung  der  Befugnisse  von  Instanz  zu  Instanz  in
fallender  wie  in  steigender  Reihe  sowie  auch  der  Verkehr  zwischen  gleichgeordneten
Instanzen  verschiedener  Kompetenz  hat  verschiedene  Möglichkeiten.  So  ist  zunächst ­
  nach  der  Wirkstärke  zu  unterscheiden  der  „Befehl“  —  oder  in  Abwandlung
die  stehende  Vorschrift  —,  der  Ziel  und  Mittel  in  der  Erwartung  unbedingten
Gehorsams  angibt,  und  der  „Auftrag“,  der  nur  das  Ziel  unnachgiebig  setzt,  aber
die  Art  der  Ausführung  mehr  oder  minder  offenläßt;  während  im  ersten  Palle  die
Denktätigkeit  eng  begrenzt  und  lediglich  im  Rahmen  der  eigentlichen  Ausführung
zulässig  ist,  bleibt  beim  Auftrag  die  Art  der  Durchführung  und  auch  die  Entscheidung ­
  zwischen  zwei  Möglichkeiten  der  Überlegung  des  Beauftragten  überlassen. ­
  Daneben  ist  der  „Vorschlag“  zu  nennen,  der  zwar  einen  Weg  zeigt,  aber
keine  unbedingte  Fügsamkeit  erwartet,  sondern  die  Entscheidung  und  insoweit
auch  die  Denktätigkeit  freiläßt.  Für  mehrere  gleichartige  Fälle  innerhalb  gewisser ­
  Zeitspannen  leitet  sich  aus  dem  Vorschlag  die  Richtlinie  ab.  Endlich  ist,
obwohl  eigentlich  systematisch  nicht  in  diese  Gruppe  gehörend,  die  „Bitte“  zu
erwähnen,  welche  keinerlei  Bindung  an  die  Ausführung  voraussetzt  und  lediglich
als  Anregung  zu  gelten  hat.  Die  Übertragung  des  zentralen  Willens  von  der  Spitze
über  den  Instanzenbau  auf  die  unteren  Betriebsglieder  erfolgt  durchweg  durch
Befehl  und  Auftrag  bzw.  Vorschriften  und  Richtlinien;  dabei  können  sie  natürlich
rein  äußerlich  in  die  Form  der  Bitte  oder  des  Vorschlags  gekleidet  sein,  was  der
Fall  sein  wird,  wenn  es  sich  um  untergeordnete  Dinge  handelt.  In  entscheidenden
Augenblicken  und  Angelegenheiten  ist  nur  der  Befehl  maßgebend,  der  als  die
straffste  Form  der  Willensübertragung  gelten  kann.  Vorschlag  und  Bitte  treten
im  Verkehr  zwischen  gleichgeordneten  (koordinierten)  Instanzen  auf  und  sind
auch  als  Verkehrsformen  mit  den  übergeordneten  Instanzen  üblich.
Hinsichtlich  der  Übermittlungstechnik  ist  die  mündliche  und  fernmündliche,
die  freischriftliche  und  vordruckgebundene,  die  Zeichen-  und  die  automatische
Form  zu  unterscheiden.  Ihre  Auswirkungen  sind  sehr  unterschiedlich;  Mißverständnisse ­
  sind  bei  allen  möglich  und  zwar  sowohl  zwischen  den  Anordnungsbefugten ­
  und  dem  Empfänger,  als  auch  beim  Geber  selbst  (Irrtum  im  Motiv)  und
dem  Empfänger  (falsche  Auslegung).  Sowohl  zu  kurze  als  zu  lange  Anordnungen
können  unübersichtlich  sein,  bei  der  schriftlichen  Form  werden  die  Vergeßlichkeit
und  Übertragungsfehler  ausgeschlossen,  dagegen  Mißverständnisse  nicht  beseitigt;
auch  die  Einheitlichkeit  der  Anordnung  wird  bei  schriftlicher  Niederlegung  gefördert ­
  und  noch  erhöht  durch  den  Vordruck,  der  eine  vor  denkende  Tätigkeit  über
Art  und  Umfang  zuläßt.  Zeichenübertragung  ist  nur  für  kurze,  vorher  festgelegte
Fälle  richtig.  Die  selbsttätige  Übertragung  —  etwa  durch  das  Eintreffen  eines
Vordruckes  wird  ein  Arbeitsvorgang  ausgelöst  oder  bei  Fließfertigung  durch  Ein1 ­
  Dieser  Abschnitt  stützt  sich  zum  Teil  auf  eine  am  Wirtschaftsseminar  der  Technischen
Hochschule  Berlin  angefertigte  Studienarbeit  von  Wolf  f:  Die  Formen  der  Befehlsübermittlung ­
  im  Betriebe  und  ihre  soziologische  Bedeutung.
            
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