Full text : Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals

Von  jener  Einnahme  sind  aber  die  Kosten  der  Unterhaltung  und  des  Betriebs,
der  Verwaltung  und  der  Amortisation  noch  abzuziehen.  Diesen  soeben  bezeichneten
jährlich  zu  deckenden  Aufwand  berechnet  Director  Bellingrath,  *)  den  wir  als  höchst
competenten  Beurtheiler  in  dieser  Angelegenheit  anzusehen  haben,  zu  jährlich
1065  000  Mark  für  18  Meilen,  für  22  Meilen  demnach  zu  rund  1  300  000  Mark.
Die  berechneten  Einnahmen  betrugen  .  Mark  3  712  500.  —,
der  jährlich  zu  deckende  Aufwand.  .  .  „  1300  000.  —,
es  ergiebt  sich  somit  Ueberschuss  Mark  2  412  500.  —.
=  6,03  des  Anlage-Capitals.
Bis  jetzt  ist  die  Berechnung  so  angestellt  worden,  als  ob  jeder  Schiffer  den
Canal  mit  vollbeladenem  Schiffe  passirte.  Das  ist  keineswegs  immer  der  Fall;  es  wird
vielmehr  verkommen,  dass  der  Schiffer,  weil  die  Rückfracht  fehlt,  den  Canal  mit
leerem  Schiffe  befährt,  selbstverständlich  aber  auch  in  diesem  Falle  eine,  wenn  auch
sehr  niedrige  Canalgebühr  zu  entrichten  hat.
Eine  andere  controlirende  Berechnungs-Methode  würde  daher  von  der  Untersuchung ­
  auszugehen  haben,
in  welcher  Weise  sich  die  berechnete  Cesammt-Fracht  auf
die  Schiffe,  deren  verschiedene  Ladungsfähigkeit  und  deren
abweichende  jedesmalige  Belastung  vertheilt.
In  seinem  schon  erwähnten  Bericht  von  1872  nimmt  Director  Bellingrath  für
den  Elb-Spree-Canal  einen  Verkehr  von  5000  Fahrzeugen  mit  einer  Gesammt-Fracht
von  30  250  000  Ctr.  =  1512  500  Tonnen  an.  Vorausgesetzt  wird  weiter,  dass  die
Schiffe  mit  voller  Ladung  zu  Thal  und  nur  mit  durchschnittlich  Vio  Ladung  zu  Berg
gehen,  und  dass  sich  die  Fahrzeuge  in  folgender  Weise  vertheilen:

*)  Anmerkung.  In  seinem  Bericht  an  die  Jahresversammlung  des  Central-Vereins
  für  Hebung  der  deutschen  Fluss-  und  Canalschiffahrt  (Dresden  1872)  berechnet
Bellingrath  die  jährlichen  Ausgaben  für  den  Elb-Spree-Canal  —  und  zwar  nur  für
den  18  Meilen  langen  Canal,  nicht  mit  für  den  Tauereibetrieb  auf  der  4  Meilen  langen
Strecke  der  Dahme  und  Spree  —  in  folgender  Weise:

1.  Unterhaltung  des  Canals  Thlr.  20  000
2.  „  und  Betrieb  der  geneigten  Ebenen  „  9  000
3.  „  „  „  „  Transportwagen  „  11  000
4.  „  „  „  „  Locomotiven  .  .  „  49  000
5.  „  „  „  „  Tauschiffährt  .  „  150  000
6.  Allgemeine  Verwaltung  .,  25  000
Thlr.  264  000
Zu  den  jährlichen  Ausgaben  tritt  eine  Amortisation  der  maschinellen  Einrichtungen ­
  im  Werthe
von  Thlr.  1340  000  à  5%  Thlr.  67  000
des  Stahldrahtseiles  im  Werthe  von
Thlr.  192  000  à  1216%  24  000
Thlr.  91000
so  dass  der  gesammte  jährlich  zu  deckende  Aufwand
264  000  -f  91  000  =  Thlr.  355  000

beträgt.
            
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