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harren noch der Ausbeutung. Mögen die Teutschen rechtzeitig
zugreifen und nicht abermals zu spät aus der Bildşiäche er
scheinen!
Brasilien. In dem gewaltig ausgedehnten brasilia
nischen Kaiserreiche stoßen wir zum ersten Male auf un-
serer Wanderung durch Südamerika ans deutsche Ackerbaukolo
nien von hervorragender Bedeutung und zwar, wie sich voraus
setzen ließ, in dem südlichsten, der gemäßigten Zone angehörigen
Theile. Wenn irgendwo in der überseeischen Welt dem Teutsch-
thum eine große Zukunft winkt, so ist es in Lüdbrasilien und
den benachbarten Laplata Staaten, Paraguay. Argentinien und
Uruguay. Die Thatsache, daß dauernde Niederlassungen Deut-
scher am besten in einem gemäßigten Klima gedeihen, tritt
deutlich zu Tage in der Geschichte der deutschen Kolonisation
Brasiliens. Die Kolonisationsversuche mit Deutschen innerhalb
des tropischen Brasiliens mißglückten zum größten Theile voll-
ständig, trotz der vielen Vergünstigungen, welche den Kolonisten
häusig geboten wurden, während diejenigen in den beiden süd
lichsten Provinzen Santa Catharina und Rio Grande do Sul
die herrlichsten Früchte zeitigten.
Die älteste deutsche Kolonie Brasiliens ist die im südlichen
Theile der tropischen Provinz Bahia, am Flusse Peruhype
gelegene, bereits im Jahre 1818 gegründete Kolonie Leopol'
dina. Heutzutage ist diese Kolonie kaum mehr eine deutsche
Kolonie zu nennen; die dort wohnenden Deutschen, Schmelzer.
Franzosen und Brasilianer treiben Plantagenbau und bewirth-
schäften ihre Fazendas mit Sklaven.
Traurig war da« Echickial d-r «isi-n d-r nach der Am-
fall« gauilich innerhalb d-r W-nd-kr-is- g«i°g-n-n Provin,
Mi na« Geraes anrg-wand-iien T-Ul'ch-N. Hier b-iond-i«