Full text : Die Deutschen im Auslande

116

In  Algerien  leben  über  6000  innerhalb  des  Deutschem
Reiches  geborene  Personen  als  Ackerbauer;  diese  sind  jedoch  fast
ausschließlich  Elsässer,  also  jedenfalls  Renegaten,  können  uns  daher ­
  nicht  interessiren.
Der  Handel  Deutschlands  mit  Egypten  ist,  wenn  auch
noch  unbedeutend,  so  doch  in  fortwährendem  Steigen  begriffen.
Die  deutschen  Kolonien  in  Kairo  und  Alexandrien  sind  recht
ansehnlich.  Es  mögen  ungefähr  1000  Personen  deutscher  Ab«
kunft,  deren  Eintracht  sehr  gerühmt  wird,  dort  wohnen.
Westafrika.  Der  schon  jetzt  einen  bedeutenden  Werth
darstellende  westafrikanische  Handel  verdankt  seine  Blüthe  zum
großen  Theile  der  Umsicht  und  der  Thatkraft  hanseatischer  Kaufleute, ­
  insbesondere  des  Hamburgischen  Welthauses  C.  Wo  ermann. ­
  Es  ist  offenbar,  daß  dieser  Handel  noch  einer  gewaltigen, ­
  ja  einer  fast  unbegrenzten  Ausdehnung  fähig  ist;  denn  je
mehr  das  stark  bevölkerte  Hinterland  der  Kultur  erschlossen
wird,  desto  größere  Erträge  wird  der  Boden  liefern,  desto  reichlicheren
  Absatz  werden  die  Erzeugnisse  der  europäischen  Industrie
auf  den  Märkten  der  Eingeborenen  finden.  Es  ist  daher  ganz
natürlich,  daß  diejenigen  europäischen  Völker,  deren  Industrie
auf  den  Absatz  im  Auslande  angewiesen  ist,  diese  wichtigen
Gebiete  sich  dadurch  zu  sichern  suchten,  daß  sie  dieselben  ihrem
Machtbereiche  einverleibten.  So  setzten  sich  die  Franzosen  am
Senegal  und  Kongo,  die  Engländer  an  der  Sierra  Leone-Küste,
an  der  Goldküste  und  am  Niger,  die  Portugiesen  in  Angola
fest.  Endlich,  in  letzter  Stunde,  rafften  sich  auch  die  Deutschen
auf:  im  Juli  1884  hißte  der  unvergeßliche  Dr.  Nachtigal
an  der  S  l  a  v  e  n  k  ü  st  e  und  an  der  B  i  a  f  r  a  -  B  u  ch  t  die
schwarzweißrothe  Flagge  zum  Zeichen  der  Besitzergreifung  des
Landes  durch  das  Deutsche  Reich.  Der  deutsche  Kaufmann  war
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.