Full text: Die Deutschen im Auslande

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zungskolonien (Plantagenkolonien), welche fast ausschließlich 
auf die tropischen Gegenden beschränkt sind. Die Pflanzungs- 
kolonien bezwecken den Anbau von Gewächsen, die der heimische 
Boden nicht zu erzeugen vermag, welche jedoch dem Volke un 
entbehrliche Artikel liefern, seien diese nun Nahrungs-, Heil- 
und Genußmittel oder Rohprodukte für die Industrie. Tie 
Pflanzungskolonicn unterscheiden sich von den Ackerbaukolonien 
wesentlich dadurch, daß in ihnen lediglich die Grundbesitzer und 
die Leiter der landwirthschaftlichen Arbeiten der Mutternation 
angehören, während aus klimatischen Gründen die ungeheure 
Mehrzahl der Arbeiter fremden, gewöhnlich eingeborenen Völker 
schaften entnommen werden muß. Die Pflanzungskolonien 
erscheinen demnach unfähig, sich zu neuen rein nationalen Ge 
meinwesen zu entwickeln. Nichtsdestoweniger sind sie von großer 
wirthschaftlicher und demnach auch nationaler Bedeutung, indem 
sie sowohl verhindern, daß das für tropische Erzeugnisse vom 
Volke verausgabte Geld allein dem Auslande zu Gute kommt, 
als auch einer oft sehr bedeutenden Zahl von Angehörigen der 
Nation Gelegenheit zu lohnender Beschäftigung verschaffen. Von 
welchem gewaltigen Nutzen Handels- und Pflanzungskolonien für 
ein Volk werden können, zeigt hinlänglich das Beispiel der Engländer 
und Holländer, welche den größten Theil ihres sprüchwörtlich gewor- 
denen großen Reichthums allein den indischen Besitzungen verdanken. 
Von sonstigen Arten von Kolonien seien noch die Bergbau, 
k o l o n i e n genannt, welche die Unterirdischen mineralischen Schätze 
eines Landes zu heben bezwecken. Ihre Bedeutung richtet sich offen- 
dar nach dem Werthe und der Art der Verwerthung dieser minerali 
schen Schätze, sowie nach der Reichhaltigkeit derselben. Siegehen 
dàttfig in Ackerbau- oder Pflanzungskolonien über, je nach dem 
Charakter des Bodens und Klimas in der betreffenden Gegend. 
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