Contents : Schutz dem Arbeiter!

baiiernb  über  diesen  Durchschnitt  erheben;  denn  sonst  entstände  durch  die
leichtere,  bessere  Lage  der  Arbeiter  eine  Vermehrung  der  Arbeiter-Bevölkerung ­
  und  somit  des  Angebotes  von  Händen,  welche  den  Arbeitslohn
wieder  aus  und  unter  seinen  frühern  Stand  herabdrücken  würde.  Der
Arbeitslohn  kann,  aber  auch  nicht  dauernd  tief  unter  diesen  nothwendigen
Lebensunterhalt  fallen;  denn  dann  entstände  Auswanderung,  Ehelosigkeit,
Enthaltung  von  Kinder-Erzeugung  und  endlich  eine  durch  Elend  erzeugte
Verminderung  der  Arbeiterzahl,  welche  somit  das  Angebot  von  Arbeitshäilden
  verringert  und  den  Arbeitslohn  wieder  zu  seinem  frühern  höhern
Stand  zurückbringt."
Dieses  sogenannte  „eherne  Lohngesetz"  besteht  in  der  heutigen  Ge-Isilschaft
  thatsächlich.  Zwar  ist  es  weder  ein  „Naturgesetz"  noch
eilt  „ökonomisches  Gesetz"  im  strengen  Sinne  des  Wortes.  Die
Vermehrung  des  Angebotes  der  Hände  einerseits  —  die  Volksverwehrung ­
  —  wird  bestimmt  durch  sittliche  Factoren.  In  der  christlchen
  Gesellschaft  wird  es  stets  solche  geben,  welche  freiwillig  aus
)öhern,  religiösen  oder  Standes-Rücksichten  auf  die  Ehe  verzichten.  Eine
şlttlich  verkommene  Gesellschaft  entzieht  sich  durch  unnatürliche  Laster
"nd  Verbrechen  den  Pflichten  der  Kindererziehung,  wie  sowohl  Griechenland
wie  Nom  an  Entvölkerung  zu  Grunde  gegangen  sind.  Selbst  im
modernen  Frankreich  ist  ein  Stillstand  der  Volksvermehrung  eingetreten
iZweikinder-System).  Die  Gefahr  der  Entvölkerung  bedroht  unsere
moderne  Gesellschaft  und  ihre  Zukunft  sogar  mehr,  als  dieder  Uebervölkerung.
nd  was  die  „Nachfrage"  anderseits  anbelangt,  so  kann  das  anlageluchende
  Capital  sich  noch  stärker  vermehren  wie  das  Angebot  der
Hände.  Ein  Beispiel  bietet  England.
Auch  in  Deutschland  würde  die  wachsende  Industrie,  der  steigende
ķport  der  zunehmenden  Bevölkerung  reichliche  Beschäftigung  bieten
vnnen,  wenn  nicht  wieder  die  zunehmende  Verwendung  von  Maschinen
"nd  die  Fortschritte  der  Technik  fortdauernd  menschliche  Arbeitskräfte ­
  ersetzten  und  verdrängten.  Diese  „relative  Uebervölkernng",
  wie  Karl  Marx  sie  nennt,  „freigesetzt",  überflüssig  gemacht
mrrch  Maschine  und  Technik,  drückt  heute  schlimmer  auf  den  Arbeitsvlarkt,
  wie  die  absolute  Aebervökerung  im  Sinne  Lassalle's  *).

Dos!  Fortschritte  der  Production  wirken  auch  noch  in  anderer  Weise  verhängniß-0
  .  stu í  Ven  Arbeitsmarkt.  Sie  verursachen  Ueberproduction  und  —  Absatzkrisen,  die  dann
me  er  zu  Lohnreductionen  und  Arbeitslosigkeit  führen.  Diese  Krisen  machen  sich  sofort
l?  ..!•  bàtter  mit  ganzer  Wucht  geltend,  während  die  steigenden  Conjuncturen  nur  sehr
"  ma mi  U ' ,b  Ģîlweise  den  Arbeitern  zu  gute  kommen.
....  '  c  Maßregeln,  die  geeignet  sind,  Ueberproduction  und  Krisis  31t  mildern  und  zu
'"bigcn,  kommen  auch  den  Arbeitern  zu  gute.  Dahin  gehört  auch  der  Schutzzoll.  Um-
            
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