struktionen dieses Stahlgutshofes bestehen aus U-förmig gepreßten,
ineinander beliebig verschraubbaren Stahlschienen und lassen sich
in ganz kurzer Zeit in beliebiger Länge und Spannweite ausführen,
Sie sind absolut feuerfest und ermöglichen die denkbar größte Aus-
nutzung des Raumes. Auch „Stahlhäuser‘ für ländliche Siedlungen
von 6000,— Mark an wurden gezeigt,
Von noch größerer praktischer Bedeutung ist die fortschreitende
Normung und Typisierung landwirtschaftlicher
Geräte! Es sind z. B, zurzeit in Hamburg und Berlin allein
24 Arten von Spaten in Gebrauch, In ganz Deutschland zählt man
etwa 2900 Modelle von Spaten und Schaufeln, Jetzt will man die
Zahl auf etwa 10 beschränken. An Stelle der zurzeit vorhandenen
400 Arten von Messerklingen für Mähmaschinen soll zukünftig eine
einzige hergestellt werden, Ebenso will man nur noch einen. ein-
zigen Finger für Grasmäher an Stelle der heute vorhandenen 150
Sorten konstruieren. Nicht nur die Landwirte, sondern auch der
Handel ist an dieser Normung stark interessiert. bedeutet er doch
sine wesentliche Verringerung der Lagerhaltung.
c) Agararwissenschaft
Von größter Bedeutung für die: Rationalisierung der Landwirt-
schaft sind die großen Fortschritte der chemischen Industrie
und der Pflanzenbiologie., Die durch die modernen
Düngungs- und Saatbeizungsmethoden erzielten Materialersparnisse,
Ertragssteigerungen sowie die Kürzung der Produktionsperioden
rechtfertigen das optimistische Urteil, das bereits Karl Marx über
die unbegrenzte Steigerungsfähigkeit der agrarischen Produktivkräfte
Sesprochen hat.
Während in den Jahren nach dem Kriege bis etwa Ende der
Inflation fast die gesamte Propaganda für die Anwendung künst-
lichen Düngers unter dem Einfluß des Stickstoff- und des Kali-
syndikates stand, infolgedessen einer rein quantitativen Steigerung
der Düngeranwendung das Wort geredet wurde *), ist in den letzten
Jahren eine deutliche Bewegung bemerkbar, die weniger Wert legt
auf große Düngergaben, als auf das richtige Verhältnis der
einzelnen Düngemittel (Stickstoff, Kali, Phosphor, Kalk),
zueinander. Die „Düngerwissenschaft‘” hat ‘als ‚eine der Ursachen
der immer noch gegenüber der Vorkriegszeit rückständigen Roh-
erträge des Feldbaues den Mangel an Phosphorsäure-Dünger fest-
gestellt. In der Tat ging infolge der Abtrennung Lothringens die
Phosphorsäure-Düngung in Deutschland zunächst katastrophal zu-
rück, nämlich von 550 000 Tonnen 1913/14 auf 138 000 Tonnen 1919/20.
Im Jahre 1926 auf 1927 erreichte die Phosphorsäuredüngung wieder
. *) Die Verwendung von reinem Stickstoff in den verschiedenen Ver-
dindungen stieg von 185 000 Tonnen im Wirtschaftsjahre 1913/14 auf 400 000
Tonnen im Jahre 1926/27, von Kali von 490 000 Tonnen im Jahre 1913/14.
auf 717000 Tonnen in 1926/27.