Full text : Die Sonneberger Spielwaaren-Hausindustrie und ihr Handel

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Selten  anders  als  unter  zäher  Bewahrung  seines  angestammten  Zweigberufs, ­
  des  Ackerbaues,  befaßt  sich  der  Dorfarbeiter  mit  der  Fabrikation.
Der  entscheidende  Grund  dazu  liegt  in  der  Sittentreue  und  in  der  Tradition ­
  gediegener  Volksweisheit,  daß  einer  Familie  Existenz  nicht  ausschließlich ­
  aus  die  Gunst  des  wandelbaren  Handels,  vielmehr  auf  den  Ertrag  von
fooiel  eigener  1^61010^^#^^  gebaut  fein  foli,  ala  ber  IMe^ali  ber  Samilic
mâ^eiib  beë  2BMer8  ober  monatelang  bauernber  ungünstiger  ^anbeIa=(Sonjuncturen
  erheischt.
%  Materialien,  melice  §u  #ielmaareu  oerarbeitet  werben,  finb
zumeist  Naturerzeugnisse  billigster  Art,  daher  die  Preise  der  Fabrikate
daraus  vornehmlich  nach  dem  Grad  und  dem  Maaß  der  von  Menschenhand
auf  sie  verwandten  Mühe  und  des  damit  erreichten  Erfolges  ihre  Werthbestimmung ­
  empfangen.
Zunächst  ist  es  das  bildsame  Holz,  welches  man  als  billigstes,  zugleich ­
  dauerhaftestes  Material  in  der  Spielwaaren-Fabrikation  benutzt, ­
  zu  einfachen,  einförmigen  Drechslerwaaren,  zu  flüchtig  geschnitzten
figürlichen  Sachen  und  zu  Bestandtheilen  von  Papiermasse-Spielwaaren,  zu
Kästchen  Schachteln  k.  als  Zubehör  zu  jenen.
Zu  besser,  oft  künstlerisch  geformten  Spielwaaren  verwendet  die  Sonneberger ­
  Industrie  das  nächstbilligste  Material,  die  Papiermasse  (xapior

wnaren  -  Großhandelsstand  und  zwar  unverpackt,  gegen  baar,  nicht  an
auswär  t  i  g  e  Kun  d  s  ch  a  f  t  auf  Eredit.
Klein-  wie  Hausindustrie  sind  daher  mit  ihrem  Siß  auf  unmittelbare  Nähe
eines  Groß-  und  Exporthandelsstandes  angewiesen,  der  speziell  mit  dem  Verschleiß
ihrer  Fabrikate  sich  befaßt  und  sie  gegen  Baarzahlung  kauft.
Die  Fabrikindustrie  wird  wie  die  Kleinindustrie,  nur  umfangreicher  betrieben,
unter  technischer  und  kaufmännischer  Leitung,  weil  sie  auf  den  Selbst-Export
  ihrer  Erzeugnisse  eingerichtet  ist,  daher  sie  außer  H  an  d  e  ls  w  i  s  se  nschaft
  auch  H  andelsbetriebs-Capital  erfordert.
Die  Großindustrie  der  Porzellan-  und  Glasfabrikation  bedingt  zur  Produktion ­
  spezielle  Bauanlagen  und  Maschinen,  durch  elementare
Kräfte  betrieben,  und  Apparate  zur  Vorbereitung  der  Rohmaterialien,  Forni  en
und  Brennöfen  zur  Herstellung  der  Fabrikate  lind  Halbfabrikate,  uub  zu  Bearbeitung ­
  ,  Bemalen  und  Dekoriren  derselben,  geistige  Arbeitskräfte,  unter
technischer  und  kaufmännischer  Leitung  und  Selbst-Export  ihrer
Erzeugnisse.  ;
            
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