Full text : Die Sonneberger Spielwaaren-Hausindustrie und ihr Handel

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3)er  #nbcl3ftmib  $imã(^ft  ist  eë,  bem  bie  üûden  in  feiner  Snbnftrie
fid)  geigen,  nnb  mcil  fcincriei  intelligente  ^(ifte,  gefoult  für  bic  Şlaftif
ber  Spielwaaren-Jnbustrie,  ans  anbeten  Kreisen,  als  aus  denen  ber  Spielwaaren
  =  3nbnftrie  selbst,  beren  Gebiet  betreten,  ber  ĢanbeWstanb  aber  mie
in  allen  Fächern  so  auch  im  Spielwaarenfache  überfüllt  worben  ist,  so  ist
die  natürliche  Folge,  daß  kaufmännisch  erzogene  junge  Kräfte  einen  Theil
%e3  ^apital8  ber  Snbnftrie  gumenben,  um  selbst  auf  %en  gelbem  grumte
gu  bnnen,  mie  jie  ber  ^anbeí  verlangt,  erregt  bie  mein=  unb  gabrif=Snbuftrle
  au^er  i^em  materieüen  Mcminn  and)  geistige  Erfolge  be§  gortfchrittes,
  feijafft  sie  Neues,  Besseres,  Originelleres,  wouad)  der  Welthandel
allezeit  sud)t  —  so  wirkt  ihr  Schaffen  befruchtend  auf  die  Hausindustrie  und
übt  günstigen  Einfluß  zugleich  auf  ben  Handel  aus.  Denn  bei  der  int
Sonneberger  Spielwaareufach  ziemlich  allgemeinen  Erflndungsarmuth  lauert
die  raubgierige  Coueurrenz  der  niederen  Production  auf  das  Erscheinen
jeder,  auch  der  geringfügigsten  Novität  und  ihre  Schaaren  stürzen  sich  auf
bereit  ^ad)a^mung,  nm  frifd)e  %a^rungëguedeu  fid)  gn  er^l^en,  inbent
sie  die  Fabrikate  geistärmer  und  zu  billigeren  Preisen  für  niedere  Volksclaffen
  ^er^^eüen.  ^ibigt  Mein:  nnb  gabri^gnbuftrie  bent  gort^ritte
nid)t,  arbeitet  sie  blos  nach  Gewinn,  so  wird  sie  nicht  nur  nicht  gedeihen,
vielmehr  bald  der  Coueurrenz  unterliegen,  weil  sie  theuerer  arbeitet  als
die  Haus-  und  Kleiu-Judustrie.
So  hoch  auch  die  Stufen  der  plastischen  Spielwaaren-Judustrie  in  das
reine  ^nftgebiet  i)tneinragen,  so  fe^  ber  3Beít^anbeí  an  gelegenen,
tünftlerifd)en  Spiels  a^^en  Mangel  leibet,  —  tro$bem  er  für  fo^e  fe^-  gute
Preise  bietet,  —  zur  weltberühmten  Souueberger  Spielwaaren-Judustrie
und  zu  ihren  kunstverwandten  Nebeuzweigen  ist  noch  kein  Knustschüler,
kein  Polytechniker  herabgestiegen,  viel  weniger  einer  derjenigen
Akademiker,  die  nicht  bis  zur  Höhe  der  reinen  Kunst  emporgekommen
sind.  In  Fr  au  kr  e  id)  ist  das  anders.  Dort  empfängt  die  Kuustindustrie
bis  herab  zu  der  int  Spielwaarenfache  ihre  Befruchtung  direkt  von  den
bildenden  Künsten,  daher  die  Ueberlegeuheit  der  Pariser  in  fast  allen  Kunstiudustriezweigeu.
  In  Deutschland  empfängt  die  Spielwaareuiudustrie
ihre  Befrud)tung  von  einzelnen  talentvollen  Autodidakten,  die  Mutter-Natur
  der  heimischen  Industrie  geboren  und  erhalten  hat,  und  —  von  jungen
Kaufleuten,  welche  eine  der  Fabrikation  entsprechende  ted)uische  nnb
künstlerische  Bildung  nicht  genossen  haben.  Ihren  Zuwad)s  an  ausführenden
Arbeitskräften  aber  empfängt  diese  Industrie  zumeist  aus  den  niedrigsten

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