Full text : Untersuchungen über die Theorie des Preises

überflüssigsten  Dinge  von  ihnen  mit  unserem  Gelde  im  Auslande
  gekauft  worden  sind.  In  Genf  sind  mit  Lilfe  der  Reichsmark ­
  noch  bis  in  die  letzte  Zeit  österreichisch-ungarische  Effekten
aus  französischem  Besitz  für  das  Leimatland  gekauft  worden
(vgl.  „Frankfurter  Zeitung"  vom  20.  Oktober),  und  in  großen,
Amfange  sind  lange  Zeit  für  Wiener  Rechnung  ebenfalls  dort
Juwelen  mit  Reichsmark  bezahlt  worden.  Wenn  auch  bei  uns
leider  hier  und  da  Leute  in  dieser  Weise  ihre  Kriegsgewinne  angelegt ­
  und,  da  sie  die  Juwelen  nicht  ins  Inland  bringen  durfteu,
sie  im  neutralen  Auslande  belassen  haben,  so  ist  dies  doch  noch
in  sehr  viel  größerem  Maße  von  österreichisch-ungarischer  Seite
aus  geschehen,  und  zwar  mit  deutschem  Gelde.  Da  war  es
kein  Wunder,  wenn  im  neutralen  Auslande  ein  fortgesetztes
Markangebot  vorhanden  war.  Denn  in  Österreich  hat  man
Kriegsgewinne  noch  viel  weniger  energisch  zu  verhindern  gewußt ­
  —  die  Folgen  sieht  man  in  den  dortigen  Preisen  und
im  Kurse  der  österreichisch-ungarischen  Valuta  —  und  vor  allem
hat  man  die  Effektenspekulation  und  den  Ankauf  von  Juwelen
u.  dgl.  nicht  gehindert.
Den  ungünstigen  Folgen  dieser  Geschäfte  für  die  deutsche
Währung,  auf  die  sich  unsere  Bundesgenossen  doch  immer  letzten
Endes  stützen  müssen,  haben  wir  viel  zu  lange  untätig  zugesehen
und  sind  erst  ganz  neuerdings  zu  Maßregeln  geschritten,  von  denen
unten  noch  zu  reden  sein  wird.
Alle  diese  Dinge  haben  zusammengewirkt,  um  unserer  Valuta
einen  immer  ungünstigeren,  zwar  langsan,  aber  fortgesetzt  sinkenden
Kurs  im  Auslande  zu  verschaffen.  Es  sei  aber  schließlich  noch  betont, ­
  daß  selbstverständlich  bei  allen  Valutakursen  heute  in  großem
An,fange  Imponderabilien  mitspielen,  Stimmungen,  Sym-  und
Antipathien,  auch  künstliche  Manipulationen  im  Interesse  der  einen
oder  anderen  der  kriegführenden  Parteien,  und  daß  sich  ihre  Schwankungen ­
  nicht  restlos  aus  ökonomischen  Arsachen  erklären  lassen.
Jede  neue  Wendung  in  diesem  an  Wechselfällen  und  Äberraschungen
  so  reichen  Kriege,  jede  neue  Amwälzung  in  Rußland,
jedes  Friedensangebot,  jede  neue  Kriegserklärung,  jeder  größere
militärische  Erfolg  und  vieles  andere  beeinflußten  die  Valutakurse, ­
  und  zwar  oft  für  die  einzelnen  Länder  in  sehr  verschiedener
Weise.  Dabei  liegen  aber  oft  momentane  Marktverhältnisse  für
diese  oder  jene  Valuta  zugrunde,  so  daß  sich  ihre  Bewegungen
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