Full text : Die Theorie des Geldes

Geld  und  Waare.

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Was  will  nun  nach  alledem  die  Behauptung  beim ­

  Avirthschaftlichen  Leben  begegnet,  handelt  es  sich  nicht  um
die  Dinge  an  sich,  sondern  um  die  Herrschaft  oder  Verfügung ­
  über  dieselben  d.  h.  um  das  Haben  oder  den  Besitz. ­
  Dieser,  der  Besitz,  ist  es,  der  geschätzt  oder  auf  den  Werth
gelegt  wird.  M.  a.  W.  der  Werth,  mit  dem  man  es  im  wirthschaftlichen
  Leben  zu  thun  hat,  ist  nicht  sowohl  eine  (unmittelbare) ­
  Eigenschaft  der  Dinge,  als  vielmehr  eine  Eigenschaft  des
Besitzes,  wie  man  dies  am  deutlichsten  sieht,  wenn  man  die  Thatsache,
  dass  für  eine  Waare  ein  bestimmter  Preis  bezahlt  wird,
z.  B.  mit  der  Thatsache  der  Prämiirung  von  Ausstellungsobjekten
vergleicht.  Damit  ist  zugleich  auch  gesagt,  dass  es  immer  bestimmte ­
  Quantitäten,  d.  h.  nach  Maass,  Gewicht  oder  Stückzahl, ­
  nicht  blos  nach  Art  und  Beschaffenheit,  bestimmte  Gegenstände ­
  sind,  welche  im  wirthschaftlichen  Leben  das  Objekt  der
Werthschätzung  bilden.  Wenn  daher  einige  neuere  Oekonomisten
von  zwei  Arten  von  Werth  sprechen,  von  einem  „abstrakten“
oder  „Gattungswerth“  einerseits,  und  einem  „concreten“  oder
„Quantitätswerth“  (Knies,  Geld  und  Credit  I,  p.  125,  gebraucht
für  letzteren  den  Ausdruck  „fungiblen“  Werth)  andererseits,  so
entfernen  sie  sich  damit  einfach  von  dem  Boden  der  realen  Thatsachen
  und  begeben  sich  auf  das  Gebiet  einer  unfruchtbaren
Spekulation  oder,  wenn  ich  so  sagen  soll,  des  höheren  Unterscheidungssportes; ­
  denn  ein  „abstracter“  oder  „Gattungswerth“  kommt
im  ökonomischen  Leben  gar  nicht  vor;  hier  giebt  es  immer  nur
einen  „concreten“  oder  „Quantitätswerth“.  So  dass  sich  z.  B.
die  Bemerkung,  das  Wasser  habe  in  gewisser  Beziehung  einen
höheren  Werth  als  der  Diamant  oder  das  Eisen  einen  höheren
als  das  Gold,  in  ökonomischen  Erörterungen  gerade  so  ausnimmt,
wie  die  bekannte  Frage,  was  ist  schwerer:  „ein  Pfund  Blei  oder
ein  Pfund  Federn?“
            
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