Object: Die Industrialisierung der deutschen Landwirtschaft, eine neue Phase kapitalistischer Monopolherrschaft

wirtschaftlichen Arbeiter geltenden Arbeitsverträgen, die das Reich 
durch die „Arbeiterzentrale" abschließt, für die einheimische 
Arbeiterschaft ergeben, soll, obwohl für die Durchführung der Ratio- 
nalisierung sehr interessant, aus Mangel an Raum nicht eingegangen 
werden, 
Zum Schluß soll noch eine andere Seite des landwirtschaftlichen 
Rationalisierungsproblems angeschnitten werden, die besonders in 
der neueren Zeit immer stärker in den Vordergrund gedrängt wird. 
Das ist das sogenannte „Leistungslohnsystem“”. Es ist des- 
wegen so bedeutungsvoll, weil nicht nur die „Arbeitgeber‘ sich 
immer mehr anstrengen, es auf der ganzen Linie durchzusetzen, 
sondern weil auch der DLV. sich nicht nur mit dieser Tatsache ab- 
findet, ja diese Bestrebungen geradezu unterstützt. Beide Teile 
versuchen in Wort und Schrift, mit Lichtbildern und anderen Publi- 
kationsmethoden die Landarbeiter davon zu überzeugen, daß sie 
durch das Leistungs- und Prämienlohnsystem ihre Lebens- 
lage erheblich verbessern können. Der Landbund veranstaltet über- 
all im Reiche sogenannte landwirtschaftliche „Wett- 
arbeiten‘, Auf einem solchen, das am 16, Juni 1928 auf dem 
Rittergut Barskewitz in Pommern stattgefunden hat, fand ein Wett- 
mähen, Wettpflügen und Wettdungstreuen statt. „Der Reichsland- 
arbeiterbund‘, das Organ der sogenannten Arbeitnehmergruppe des 
Landhundes, schreibt darüber in seiner Nr, 13 vom 1, Juli 1928: 
„Am 16. Juni kam dieser Gedanke nach eingehenden Vorbereitungen 
zur Ausführung, Es war beschlossen worden, je eine Arbeitsgruppe unter 
gleichen Bedingungen anzusetzen, Zu diesem Zweck waren den Männern 
625 Quadratmeter große Stücke in einer Wiese abgemessen worden, Die 
Pflüger wurden in zwei Untergruppen: geteilt, in Schwingpflüger und 
Karrenpflüger, welche unter sich je 1250 Quadratmeter zu pflügen hatten, 
Verlangt wurde dabei, daß in jedem Stücke 2 Rücken angetrieben, dann 
das Stück umgepflügt und zum Schluß die Ausstrichfurchen ausgepflügt 
und eingeebnet wurden. Die Dungstreuer hatten je 10 Haufen Stall- 
dünger auf einer abgemessenen Fläche gleichmäßig zu verteilen, Nach 
dem Punktsystem wurde beim 
Mähen 
beurteilt: 1, die Gleichmäßigkeit der Schwadenbreite, 2, die gleichmäßige 
Höhe der Stoppeln, 3. der Gesamteindruck des Mähers, 
Ausschlaggebend trat die erlangte Zeit hinzu, Zur Berechnung wurde 
eine Stichzeit von 35 Minuten eingesetzt, das heißt die Zeit, die der 
Mäher erreichen mußte, wenn er überhaupt zur Bewertung herangezogen 
werden sollte, Alle diejenigen Mäher, welche diese Mindestzeit über- 
schritten, kamen für eine Preisauszeichnung nicht mehr in Betracht, Jede 
Minute, die weniger als 35 Minuten gemäht wurde, wurde bei der Gesamt- 
beurteilung mit 4 Punkten berechnet, Bei den 
Pflügern 
sollte beurteilt werden: 1. Einhalten der vorschriftsmäßigen Tiefe (7 Zoll), 
2. gleichmäßige Breite der Pflugiurche, 3. richtiges Auspflügen, 4 Ein- 
und Aussetzen in den Vorgewenden (Grenzlinien), 5, richtiges Auspflügen, 
6. gleichmäßige Gangart der Pferde, 7. Gesamteindruck des gepflügten 
Ackers, 8. Gesamteindruck des Pflügers, 9, gebrauchte Zeit, Die Berech- 
nung fand in derselben Weise statt wie beim Mähen, nur daß als Stichzeit 
für die Karrenpflüger 75 Minuten und für die Schwingpflüger 70 Minuten 
eingesetzt wurden. Bei den
	        
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