Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Vorwort  des  Uebersetzers  und  üearbeiters.

Das  von  uns  ins  Teutsche  übertragene  Werk  des  angesehenen  englischen
Autors  bildet  eineil  Band  des  Sammelwerks,  welches  bei  Longmans,  Green  u.  Co.
in  London  unter  dem  Titel  »Handbücher  der  katholischen  Philosophie'  erscheint.
Unbestreitbar  besitzt  die  deutsche  volkswirtschaftliche  Literatur  eine  beträchtliche ­
  Anzahl  von  Lehrbüchern,  Systemen,  oder  wie  diese  Werke  sonst  sich  nennen
mögen,  welche  einen  hohen  Grad  von  Vollkommenheit  aufweisen.  Sie  behandeln ­
  die  einschlägigen  Probleme  mit  tiefer  Sachkenntniß,  eingehender  Gründlichkeit ­
  und  in  neuerer  Zeit  auch  immer  mehr  mit  Rücksicht  auf  jene  höchsten
ethischen  Principien,  die  von  der  Volkswirtschaftslehre  nicht  außer  acht  gelassen ­
  werden  dürfen,  wenn  sie  ihre  Aufgabe  lösen  und  den  Zusammenhang
mit  den  Wissenschaften,  welche  die  obersten  Lebensaufgaben,  den  Ursprung
und  die  Bestimmung  des  Menschen  zum  Gegenstand  haben,  bewahren  will.
Nichtsdestoweniger  konnte  eine  Uebersetzung  des  Tevasschen  Werkes  durchaus
nicht  als  überflüssig  betrachtet  werden.
Einestheils  hat  dasselbe  so  große  Vorzüge  technischer  Art,  zeichnet  sich
durch  Klarheit  der  Begriffe,  durch  Kürze  und  Bündigkeit  in  einem  Maße
aus,  daß  es  von  allen,  die  sich  dem  Studium  der  Volkswirtschaftslehre  zuwenden, ­
  mit  großem  Vortheil  gelesen  werden  wird  und  für  diejenigen,  welche
sich  über  die  wichtigen,  unsere  Zeit  so  mächtig  bewegenden  Probleme  nicht
aus  Zeitungs-  und  Zeitschriftenartikeln,  sondern  auf  Grund  eines  umfaffendern
  und  tiefern  Einblicks  in  diese  verwickelten  Fragen  ein  reifes  Urtheil  bilden
wollen,  einen  trefflichen  Führer  bietet.
sodann  aber  ist  dem  in  Frage  stehenden  Buche  ein  Vorzug  eigen,  welcher
schon  allein  dessen  Uebersetzung  und  Bearbeitung  für  das  deutsch  redende  Publikum ­
  vollkommen  rechtfertigen  würde:  die  entschiedene  Betonung  der  Volkswirtschaftslehre ­
  als  einer  ethischen  Wissenschaft,  als  eines  Zweiges  der  Moralphilosophie. ­

Es  ist  bereits  hervorgehoben  worden,  daß  sich  eine  ganze  Anzahl  neuerer
und  neuer  ökonoulischer  Werke  der  Berücksichtigllug  der  ethischen  Gesichtspunkte
nicht  mehr  entzieht.  Tie  Zeit  liegt  hinter  uns,  in  welcher  man  die  wirt-
            
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