Landwirtschaft.
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zuwendet, überzeugen, daß durch die Revolutionen einem wich-
tigen Zweig des Volksvermögens ein ungeheurer Schaden zu-
gefügt wurde — um so mehr, als beim Aufzehren des Viehs
durch Freund wie Feind nicht die geringste Schonung den zur
Aufkreuzung der Rassen eingeführten wertvollen Zuchttieren
yewidmet wurde, sondern durch deren Vernichtung die im Weg
befindliche Verbesserung der Landesrassen für lange Zeit zurück-
yeworfen. worden. ist. Das ist um so mehr zu bedauern, als die
Haciendabesitzer jetzt infolge der allgemeinen Verarmung zu-
meist das Geld nicht mehr haben, um neue Zuchttiere einführen
zu können, und soweit sie das Geld noch haben, da fehlt ihnen das
Vertrauen in eine ungestörte Entwicklung des Landes, die allein
die Wiederbestockung der vorhandenen ausgedehnten Weide-
plätze und die‘ endgültige Verbesserung der Landesrassen
ermöglichen könnte*). Unter solchen Umständen kann nur die
Wiederkehr ruhiger Verhältnisse und allgemeinen Vertrauens
zum allmählichen Ausheilen der geschlagenen Wunden führen,
die sich deutlich zeigen an folgender abgekürzter Zusammen-
stellung.
Man zählte in Tausenden:
Rinder Pferde Maultiere Schweine Schafe Ziegen
1902. . . 5142 859 334 619 3424 4206
1924. . . 2188 391 323 760 1728 1866
Änderung in
Prozenten — 575 — 544 —35 —+28°3 — 495 —55%6
Es ist also der Bestand der Rinder, der Pferde und der
Ziegen um mehr als die Hälfte, der der Schafe um nahezu die
Hälfte zurückgegangen und nur die Maultiere zeigen eine
geringe Abnahme, die Schweine sogar eine erhebliche Zunahme:
die Maultiere sind für den tatsächlichen. Verkehrs- und Arbeits-
dienst so unumgänglich notwendig, daß man eben alle An-
strengungen machte, die Zahl wieder auf die alte Höhe zu
bringen, und das Schwein vermochte bei seiner raschen Ver-
4 Ein wirklicher Erfolg der Rassenverbesserung hat sich bisher nur
bei den Rindern und in der Nähe der Städte zum Teil auch bei den
Schweinen erkennen lassen.