Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

7.  Kap.  Familie,  Familienleben  nnd  Gesetze  über  die  Familie.  115
Nisse  eingelebt  hat,  sehr  häufig  vor,  daß  ein  verheirateter  Sohn  oder  auch  eine
»erheiratete  Tochter  mit  den  Eltern  in  gemeinschaftlichem  Haushalt  lebt  Eine
derartige  Familie,  welcher  Le  Play  den  Namen  Stammfamilie  (famille
souche)  beilegt  >,  umfaßt  in  der  Regel  15-16  Personen,  die  meist  drei
simien  aw%  bier  (Generationen  angehören.  %Benn  0.  her  %omilienöotei
à  Õ0  Jahre  alt  ist,  sind  möglicherweise  noch  seine  im  Austrag  lebenden
Eltern  und  wahrscheinlich  seine  Gattin,  der  älteste  Sohn  mit  seiner  Frau
suns  bis  sechs  unverheiratete  Geschwister,  zwei  sonstige  unverheiratete  Verwandte
und  ein  Knecht  oder  eine  Magd  mit  dem  dermaligen  Leiter  des  wirtschaft-|4en
  Betriebes  in  einem  ^ausn,ejen  bereinigt.  einigen  %ren  merben
cme  Kinder  des  jungen  Paares  hinzukommen  und  vielleicht  ein  oder  der
andere  unverheiratete  Verwandte,  eine  kinderlose  Wittwe  oder  ein  alter  Junggeselle ­
  in  das  väterliche  Haus  zurückkehren.  Inzwischen  werden  die  alten  Großeltern ­
  gestorben  sein  und  dieses  oder  jenes  von  den  jungem  Familiengliedern
den  häuslichen  Herd  verlasten  haben.
Tie  Vortheile,  welche  aus  einem  derartigen  Zusammenleben  verschiedener
Generationen  erwachsen,  sind  von  dreierlei  Art.  Zunächst  herrscht  in  einem
iolchen  Hanse,  in  welchem  alt  und  jung  glücklich  beisammen  leben  und  sich
allerlei  Gelegenheit  zu  Belehrung  und  Unterhaltung  bietet,  ein  frohes  Treiben.
Zweitens  werden  einer  Wirtschaft,  in  welcher  die  meisten  Arbeiten  von  Familiengliedern ­
  besorgt  werden,  manche  Nachtheile  und  Schädigungen  erspart  bleiben,  die
anderwärts  aus  der  Verwendung  von  Dienstboten  und  Lohnarbeitern  erwachsen
Sind,  smb  b,c  Mitgiiebcr  einer  so  Mlre^en  Emilie  bief  weniger  ber  Gefahr
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ih?  ^  Menschen  ln  gemeinsamem  Haushalt  auch  eine  beträchtliche  Erftarnlß
  erzielt.  Wenn  eine  solche  Familie  von  15  Personen  sich  in  drei
Uvhalltungen  vertheilte,  so  würden  die  Gesamtausgaben  für  Wohnung,  Beeuchtung,
  Heizung,  Kochen,  Waschen  und  Reinigung  verschiedener  Gegenstände
.  îb  gewisse  andere  Zwecke  beinahe  das  Doppelte  betragen,  weil  die  verl
  Iledenen  Geräthe  und  Vorrichtungen,  die  Dächer  und  Wände,  die  Möbel
und  Ausschmückungsgegenstände,  das  Feuerungsmaterial,  die  Töpfe  und  Pfannen
ş'  lü *  '  ^klche  für  fünf  Personen  genügen,  in  gewissen  Fällen  auch  für
'>  und  in  sehr  vielen  für  10  hinreichend  sind.  Ja  es  kommt  nur  sehr  selten
^or,  daß  alle  diese  Gegenstände  gerade  nur  für  fünf  Menschen  berechnet  sind,
gar  nicht  babón  zu  reden,  daß  in  einem  großen  Haushalte  eine  größere  Aus-1
  Siehe  die  am  Anfang  dieses  Kapitels  citirten  Werke  Le  Plays.
            
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