Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

244

II.  Buch.  Der  Güteraustausch.

Folgen  im  erstern  Falle  verstärkt  auftreten,  weil  sie  sich  Plötzlich  einstellen.
Es  ist  also  eine  solche  Papiergeldwirtschaft,  diese  unserem  Zeitalter  eigenthümliche ­
  Art  der  von  der  Staatsregierung  herbeigeführten  Entwerthung  der  Umlaufsmittel, ­
  nichts  anderes  als  eine  verabscheuungswürdige  Enteignung  unter
Bornen,  bi#  me%  bide  Mengen  um  einen  ņ#rn  ober
ringern  Theil  ihres  Vermögens  und  ihrer  Einnahmen  gebracht  werden.  Be
übermäßiger  Papiergeldausgabe  können,  selbst  wenn  außer  den  zum
der  in  Verlust  gerathenen  Werthzeichen  bestimmten  keine  weitern  Noten  mc9
in  Umlauf  gesetzt  werden,  politische  Ereignisse,  z.  B.  solche,  welche  die  Wie  eraufnähme
  einer  Courantgeldcirculation  wahrscheinlich  machen,  die  stärkste
Werthschwankungen  des  Papiergeldes  herbeiführen  und  den  Großhandel  zu"
guten  Theile  zu  einer  Art  von  Lotteriespiel  gestalten.
Ein  klassisches  Beispiel  derartiger  Schwankungen  liefern  die  ErelgMh  '
welche  sich  in  den  Vereinigten  Staaten  während  und  nach  dem  Secession^
kriege  abspielten.  Das  Agio  des  Goldes  gegenüber  den  greenbacks  genannten, ­
  uneinlöslichen  Staatsnoten  stieg  und  fiel  während  jener  Epoche,
Procenten  ausgedrückt,  in  der  folgenden  Weise:

3^.  V
1862  87  0
1868  72  >/,  22'/;
1864  185  SI'/,
1865  184'/;  28'/:
1866  67-/4  25
1867  46%  82
1868  50  32

3.„r.
1869  62V,  19'/:
1870  23  '/ 4  10
1871  15*/*  8  Vs
1872  15-/4  8'/,
1873  19  10
1874  13Vs  9'/:
1875  I?'/,  12.

Derartige  Schwankungen  sind  gar  nichts  Unerhörtes.  Erst  in  ncl |^.  e
Zeit  hat  sich  wieder  in  der  Argentinischen  Republik  eine  besonders  übermäsü
Notenemission  vollzogen,  und  infolgedessen  ist  das  zuvor  gar  nicht  oder  %
in  ganz  geringem  Grade  vorhanden  gewesene  Goldagio  über  200  %  gestì^
Wenn  die  betreffenden  Staatsregierungen  in  dem  Augenblicke,  wo  sich  ^
nur  das  geringste  Goldagio  bezw.  Courant-Silbergeldagio  zu  zeigen  begmn,
mit  der  Papiergeldausgabe  innehielten,  so  würde  jede  ernstliche  Entwert^
des  Papiergeldes  vermieden  werden.  So  haben  —  zu  ihrer  Ehre  sel
gesagt  —  die  englische  Regierung  während  der  Napoleonischen  Kriege  ^
Anfang  dieses  Jahrhunderts  und  die  französische  nach  dem  Jahre  1870  <•>
allzu  ernstlichen  Entwerthung  der  Staatsnoten  vorzubeugen  gewußt.  ,
die  Versuchung,  eine  zu  große  Menge  von  solchen  auszugeben,  ist  so  ^
daß  eine  übermäßige  Ausgabe  von  Papiergeld  wahrscheinlicher  ist  alvernünftiger
  Gebrauch  desselben.  Das  beweisen  nur  zu  häufige  und  zu  trc  ^
Erfahrungen.  Deshalb  sollte  man  bloß  in  Fällen  dringender  Nothwe
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.