Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III.  Buch.  Die  Verkeilung  der  Güter.

zweige  nicht  kannten.  Ja  es  herrschten  dort  sogar  in  den  verschiedenen  tinter
nehmungen  eines  und  desselben  Productionszweiges  bezüglich  der  um  den
selben  Lohn  geforderten  Arbeitsmenge  wie  der  als  Strafen  für  das  Zuspà
kommen  und  andere  dergleichen  Vergehen  oder  aus  andern  Gründen  üblich^
Lohnabzüge  ganz  bedeutende  Verschiedenheiten.  Auch  neuere  Forscher  nu
socialem  und  ökonomischem  Gebiete  sind  sich  dieser  Schwierigkeiten  beivutz-So
  weist  man  darauf  hin,  daß  z.  B.  im  östlichen  Stadttheile  Londons  ^
verwickeltsten  Lohnverhaltnisse  bestehen,  und  daß  man  nicht  sicher  sei,  ^
auch  nur  zwei  den  kleinern  Industriezweigen  dieses  Stadttheils  angehöE
Etablissements  hinsichtlich  des  Engagements  und  der  Löhnung  der  Arbel
das  nämliche  System  befolgen.  Sodann  ist  es  offenkundige  Thatsache,  *
manche  Arbeitgeber  die  von  ihnen  gezahlten  Löhne  gänzlich  geheim  zu  ¥  e
wissen.  Ferner  ist  die  Vergleichung  der  Arbeitsbedingungen  der  in  den  ver
schiedenen  Gegenden  Englands  beschäftigten  Bergleute  mit  derartigen  Schw^S
feiten  verbunden,  daß  man  auf  solche  Zusammenstellungen  zur  Beschafft^
von  Daten,  die  als  Grundlage  für  Schiedssprüche  dienen  sollten,  verzichi^
mußte.  Wie  in  England,  verhält  es  sich  aber  auch  anderwärts.  Die
Lüttich  bestehende  Arbeitbörse  hat  es  nach  einem  vergeblichen  Versuche  ^
gegeben,  Lohnstatistiken  aus  der  Gegenwart  zu  publiciren,  da  die  Verschie  ^
heit  der  Arbeitsverträge  und  die  Mannigfaltigkeit  der  bei  den  Stücklohn
zur  Anwendung  kommenden  Regeln  die  statistischen  Zusammenstellungen
gerisch  machten.  Wer  sich  übrigens  die  Verhältnisse  des  Lebens  und  die  - 1  ^
des  wirklichen  Lohnes  zu  vergegenwärtigen  weiß,  den  kann  das  alles  n
überraschen.
So  erweisen  sich  denn  die  Lohnverhältnisse  auch  in  andern  Ländern
zum  Theil  sehr  verschiedenartiger  und  verwickelter  Natur,  wenn  sich  auĢ
Zahlung  eines  festen  Zeitlohnes  für  gewisse  Arten  von  Arbeiten  die  Schw'^
keiten  selbstverständlich  ungemein  vermindern,  so  daß  sie  eine  Lobnşio  ^
recht  wohl  zu  stände  kommen  lassen.  Beziehen  doch  ganze  Kategorien
Arbeitern,  z.  B.  die  landwirtschaftlichen,  die  Brauknechte,  die  Fleisch  ^  ^
und  andere,  solche  Zeitlöhne  und  befinden  sich  demnach  in  wirtschaft'
Verhältnissen,  welche  eine  leichtere  Beurtheilung  ihrer  Lage  erwög  t
Aber  auch  bei  den  Lohnverhältnissen  solcher  Arbeiter  gibt  es  der  Unbestn
heiten  und  des  Unbestimmbaren  genug.  Welche  von  diesen  Arbeitern  1
z.  B.  zu  der  Elite  zu  rechnen,  welche  die  höchsten  in  ihrem  Gewerbķ^
vorkommenden  Löhne  bezieht?  Das  hängt  natürlich  vielfach  von  der  &
theilung  der  einzelnen  Unternehmer  ab,  die  ziemlich  verschieden  ausfallen  11  ^
Und  wie  mannigfaltig  sind  die  localen  Preisverhältnisse  der  Lebensiintte^
Wohnungen  u.  s.  w.,  und  die  Ansprüche,  welche  in  unserer  so  stark
dualistisch  angehauchten  Zeit  von  seiten  der  einzelnen  Menschen  an  das
            
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