Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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TIL  Buch.  Die  Verkeilung  der  Güter.

Nun  tauchen  aber  zwei  Fragen  auf;  eine  historischer  Natur:  wie  es
denn  gekommen  ist,  daß  gewisse  Leute  Herren  und  andere  Arbeiter  lüUr  ’
und  eine  ethischen  Inhalts:  ob  derartige  Unterschiede  unter  den  MĢ
auch  gerechtfertigt  sind.  -
Auf  die  erstere  Frage  läßt  sich  keine  allgemeine  Antwort  geben,  eoe  i
wenig  wie  auf  die  nahe  verwandte:  wie  es  sich  erklären  läßt,  daß  (Mß
Völker  die  politische  Herrschaft  über  andere  ausüben.  Wir  können  êrdşş
antworten,  daß  die  vom  Glücke  Begünstigten,  die  Geschickten,  die  Star  '
die  Listigen,  die  Scrupel-  und  Rücksichtslosen,  die  Grausamen  und  hinwieder
auch  die  Selbstbeherrschung  Uebenden  in  der  Regel  Productionsnrittel  »
Lebensmittelvorräthe  aufhäufen  werden,  während  dagegen  die  Schwaches
die  Charakterlosen,  die  Trägen,  die  Trunksüchtigen  und  Liederlichen,  die  ®
losen  und  Nachgiebigen,  die  allzu  Gutmüthigen  und  die  geistig  Unbega
vielfach  weder  über  Genuß-  noch  über  Productionsmittel  verfügen,  d  V
nothgedrungen  für  andere  zu  arbeiten  sich  entschließen  müffen.  Das  '
aber  nur  ganz  allgemeine  Behauptungen;  damit  ist  nicht  bewiesen,  daß  1  ^
oder  jener  reiche  Mann  Ehre  oder  Mißachtung  verdient,  oder  daß  ein
stimmter  Armer  Anspruch  auf  Bedauern  hat  oder  zu  tadeln  ist.  Man
eben  in  jedem  einzelnen  Falle  sorgfältig  untersuchen,  welche  Ursachen  dem  u  ^
thum  oder  der  Armut  des  Betreffenden  zu  Grunde  liegen,  und  erst  dann

Urtheil  fällen.  t
Mit  all  den  verschiedenen  Ursachen  des  Reichthums  und  der  Arn  ^
Bölker  im  ganzen  und  der  einzelnen  Bevölkerungsschichten  hat  sich
schichte  der  Volkswirtschaft  zu  beschäftigen.  Hier  können  wir  nur
flüchtigen  Blick  auf  dieselben  werfen  und  allein  die  folgenden  hauptsacy
Gründe  der  bestehenden  Vermögensunterschiede  anführen.
Es  können  die  Menschen  1.  durch  das  Schwert  reich  werden,  au-Ķriege
  mit  Beute  beladen  zurückkehren  oder  in  einem  eroberten  Lande,
Bevölkerung  sich  von  nun  an  dazu  verstehen  muß,  für  sie  zu  arbeiten,
als  Herren  niederlassen,  wie  das  die  Franken  in  Gallien,  die  Normali  ^
England,  die  Spanier  in  Mexico  thaten.  Ferner  wird  man  2.  fl  ^
reich,  daß  man  Menschen  zu  Sklaven  macht,  sei  es  nun  infolge  von  4  ^
zwischen  verschiedenen  Staaten,  wie  z.  B.  in  dem  rômisch-macedonisşş^
durch  Organisation  privater  Raubzüge,  wie  sie  die  arabischen  Sklavei'v^,
im  Innern  Afrikas  unternehmen.  Auch  werden  Kinder  gestohlen  » n  w

zu  wuuwtn  minuti,  V-  —  -  ,  r
gründet,  indem  listige  Leute  die  Nothlage  und  den  Leichtsinn  manw  ^
beuten  und  sie  so  ihrer  Freiheit  berauben.  Die  Schuldknechtschaft  des  ^
römischen  Rechts  liefert  ein  schlagendes  Beispiel  dieser  Art.  Urişşy^

Slaven  gemacht;  oder  es  wird  die  Sklaverei  durch  Ueberemk

lumijajcu  iaeojis  utļtu  cm  ——  -  ç
der  gleichen  Stufe  der  Verwerflichkeit  steht  der  Kulihandel,  der  gew'ii
            
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