Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I.  Buch.  Production  und  Consumtion.

Gewässer  seinen  Ertrag  an  Wasserthieren  liefert,  und  daß  die  verschiedenen
Nationen  bei  der  Vertheilung  der  einträglichsten  Gegenden  des  Oceans  denselben ­
  Eifer  entwickeln,  welchen  sie  jetzt  bei  der  Besitzergreifung  des  afrikanischen
Continents  an  den  Tag  legen.
7.  Die  siebente  Klasse  von  Vortheilen  ist  negativer  Natur  und  umfaßt
das  Freisein  der  einzelnen  Länder  von  den  schädlichen  Einwirkungen  verschiedener ­
  Factoren.  So  gehen  Gebäude,  Werkzeuge,  Geräthe,  Bücher  u.  s.  w.  an
gewissen  Orten  schnell  zu  Grunde,  und  zwar  namentlich  da,  wo  es  zugleich
sehr  heiß  oder  kalt  und  sehr  feucht  ist,  während  anderwärts,  z.  B.  in
Aegypten,  gerade  das  Gegentheil  der  goß  ist.  Auch  die  plötzliche  Vernichtung
von  Gütern  durch  die  Elemente  kommt  in  gewisten  Gegenden  viel  häufiger
vor  als  in  andern,  die  weniger  durch  Sturmfluthen,  Hagelschlag,  Stürme,
vulkanische  Eruptionen,  Erdbeben  u.  s.  w.  zu  leiden  haben.  Centraleuropa
ist  in  dieser  Hinsicht  besonders  bevorzugt.  Ferner  sind  die  Möglichkeit  des
Zugrundegehens  der  Ernte  durch  Trockenheit  oder  übermäßige  Nässe,  die  Gefahr ­
  des  Entstehens  von  Thierseuchen  und  Pslanzenkrankheiten  und  die  Menge
schädlicher  Thiere  verschiedenster  Art  in  den  einzelnen  Gegenden  sehr  verschieden.
Und  endlich  gibt  es  hier  wiederum  Unterschiede  hinsichtlich  der  Möglichkeit
und  des  Grades  der  Möglichkeit,  diese  verschiedenen  schädlichen  Einflüsse  zu
beseitigen  oder  Gegenvorkehrungen  zu  treffen.
Zieht  man  nun  alle  diese  Verschiedenheiten,  welche  die  einzelnen^Länder
und  Gegenden  aufzuweisen  haben,  in  Betracht,  so  kommt  man  zu  dem  Schlüsse,
daß  sich  die  Vorzüge,  welche  die  einen  vor  den  andern  besitzen,  nur  schwer
abwägen  lassen.  Es  kommt  aber  auch  in  erster  Linie  nicht  hierauf  an,  sondern
darauf,  festzustellen,  ob  das  Leben  und  die  Thätigkeit  eines  Volkes  mit  den
natürlichen  Verhältnissen  seiner  Umgebung  im  Einklang  steht,  ob  z.  B.  in
dem  kühlen,  feuchten  Klima  der  Britischen  Inseln  oder  Norddeutschlands
die  Häuser  trocken  und  warm  sind;  ob  in  Indien  das  dort  für  Menschen
und  Thiere  so  unentbehrliche  Salz  reichlich  vorhanden  und  billig  ist;  ob  die
Institutionen  Palästinas  reichlichen  Wasserbezug  und  gute  Brunnenanlagen
ermöglichen;  ob  in  Sibirien,  wo  die  Thätigkeit  des  Ackerbaus  nur  vier
Monate  im  Jahre  hindurch  möglich  ist,  dafür  gesorgt  ist,  daß  die  Leute  auch
während  der  übrigen  acht  Atonte  Beschäftigung  finden-.
Bei  aufmerksamer  Beobachtung  gelangt  man  zu  dem  Schluffe,  daß  die
meisten  Gegenden  eine  glückliche  Bevölkerung  beherbergen  und  ein  theures
Vaterland  werden  können,  welches  seine  Bewohner  zu  entwickeln  und  mit  nützlichen ­
  Institutionen  zu  schmücken  bestrebt  sind.  Wir  suchen  den  natürlichen
Verhältniffen  unserer  Heimat  die  günstige  Seite  abzugewinnen,  unser  Leben
und  unsere  Institutionen  denselben  anzupassen  und  sie  zum  Gegenstand  künstlerischer ­
  Darstellung  und  Behandlung  zu  machen.
            
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