Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I.  Buch.  Production  und  Eonsumtion.

Zu  deu  traurigen  Verhältnissen,  wie  sie  sich  in  einer  solchen  Gesellschaft  herausbilden, ­
  stehen  die  in  ihrem  Bereiche  gemachten  Erfindungen  in  einem  merkwürdigen ­
  Gegensatze,  und  die  wirklichen  Vortheile  derselben  treten  erst  in  dem
ruhigen  und  geordneten  socialen  Zustande  zu  -Lage,  dessen  sich  eine  spätere
Generation  zu  erfreuen  hat.
Bevor  wir  die  aus  den  stattgehabten  technischen  Umwälzungen  sich  ergebenden ­
  Vortheile  und  Verluste  in  Betracht  ziehen,  haben  wir  unsere  Aufmerksamkeit ­
  noch  auf  einige  leitende  Charakterzüge  dieser  Revolution  zu  richten.
In  der  Textilindustrie  verdoppelten  die  Erfindungen  John  Kays  und
seines  Sohnes  Robert  um  das  Jahr  1750  die  Productionsfähigkeit  der  Weberei.
Diese  konnte  jetzt  mehr  Garn  verwenden,  als  durch  die  Spinner  angefertigt
zu  werden  vermochte.  Da  erfand  im  Jahre  1767  Hargreaves  die  Feinspinnmaschine, ­
  welche  einen  Spinner  in  den  Stand  setzte,  in  derselben  Zeit  so  viel
zu  leisten,  als  früher  acht  vollbrachten,  und  bald  darauf  Arkwright  die  durch
Wasser  getriebene  Spinnmaschine,  einen  noch  wirksamern  Mechanismus,  ,der',
wie  sich  Le  Play  ausdrückt,  »die  hauptsächlichste  industrielle  Arbeitsthätigkeit
der  Hälfte  der  Menschen  überflüssig  machte'.  Das  Spinnen  war  lange  Zeit
hindurch  die  alltägliche  Beschäftigung  der  Frauen  gewesen.  Der  Spinnrocken
galt  als  das  Symbol  des  weiblichen  Geschlechts,  und  »Spinnerin'  war  die  gesetzliche ­
  Bezeichnung  der  ledigen  Personen  des  weiblichen  Geschlechts.  Mittlerweile ­
  hatte  eine  Erfindung  von  Lewis  Paul  den  langwierigen  herkömmlichen
Proceß  des  Krempelns  mit  der  Hand  überflüssig  gemacht,  und  bald  darauf
vereinigte  Crompton  die  durch  die  verschiedenen  Spinnmaschinen  gewährten
Vortheile  in  der  von  ihm  erfundenen  sogen.  Maulthierspinnmaschine.  Roch
mangelte  aber  ein  maschineller  Ersatz  für  den  Handwebestuhl,  bis  Cartwright
sich  im  Jahre  1785  den  Maschinenwebstuhl  ausdachte,  der,  als  er  im  Anfang ­
  des  19.  Jahrhunderts  allgemein  in  Gebrauch  kam,  der  Hausindustrie
der  Männer  einen  fast  ebenso  gewaltigen  Schlag  versetzte  wie  die  Spinnmaschine ­
  derjenigen  der  Frauen,  und  diesen  großen  Produktionszweig  aus  einem
Handbetrieb  in  einen  Maschinenbetrieb  verwandelte.  Roch  bevor  das  18.  Jahrhundert ­
  zu  Ende  ging,  erfuhren  die  Stoffbleicherei  und  -Druckerei  derartige
Verbesserungen,  daß  das  Bleichen  mehr  denn  dreißigmal  so  schnell  vor  sich
ging  und  das  Bedrucken  in  manchen  Fällen  fast  hundertfach  geringere  Arbeit
erforderte,  während  einer  der  wichtigsten  in  der  Textilindustrie  verwendeten
Stoffe,  die  Baumwolle,  durch  die  von  dem  Amerikaner  Whitney  erfundene
Maschine  zur  Abscheidung  der  Samenkörner  in  genügender  Atasse  erhältlich
wurde.  Dazu  kam  dann  noch,  daß  nun  in  den  Textilfabriken  auch  Dampfmaschinen ­
  zur  Verwendung  gelangten,  so  daß  diese  Etablissements  die  Gebirgsthäler ­
  und  die  Ufer  der  Ströme  verlaßen  und  sich  in  der  Nähe  der  Kohlenbecken ­
  niederlassen  konnten.
            
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