Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Der  Aufschwung  der  Handwerksämter  im  t6.  Jahrhundert.

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das  Augsburger  Stadtrecht  von  1276  der  Zunft  der  Weinträger
und  allen  Trägern  überhaupt  die  Verpflichtung  auf  bürdete  löschen
zu  helfen,  wenn  ein  Feuer  ausbrach.  In  Stettin,  wo  jedem  neu
sich  niederlassenden  Handwerksmeister  auferlegt  ward  einen  ledernen
Eimer  zu  besitzen,  d.  h.  also  an  den  Löscharbeiten  theilzunehmen,
übernahm  die  Trägergilde  doch  für  ihre  Mitglieder  die  Verpflichtung
ihnen  in  Feuersgefahr  beizustehen  und  schloss  sogar  deshalb  besondere ­
  Verträge  abh  In  Strassburg  dagegen  war  es  noch  in  der
Mitte  des  16.  Jahrhunderts  die  Regel,  dass  alle  Handwerker  sich  an
den  Löscharbeiten  betheiligten  ^  In  Riga  aber  sind  derartige  Verpflichtungen ­
  in  den  eigentlichen  Handwerksschragen  nicht  ausgesprochen. ­

Wie  dem  immer  gewesen  sein  mag,  man  wird  aus  dem  gesagten ­
  den  Schluss  ziehen  dürfen,  dass  unter  „Ämter“  nicht  durchweg ­
  das  Gleiche  zu  verstehen  war.  Eigentliche  Handwerksämter
gab  es  am  Ende  des  15.  Jahrhunderts  nicht  mehr  als  13.
Im  16.  Jahrhundert  kommen  neu  hinzu  die  Schrägen  der
russischen  Krämer,  Gordell-  und  Hreesmacher  im  Jahre  15  t"’
Tischler  v
Glaser  »  ^5411
.  1577’
„  1579'
«  1595'
„  1595'
,,  1595-Scheidemacher


Sämischgerer^  (Sämischleder-Gerber)  .
Schlosser,  Sporen-,  Büchsen-  und  Uhrmacher
Hanfschwinger
Hutmacher
Mehrere  andere  Ämter  aber  lassen  Ihre  Statuten  aut’s  N^u^
bestätigen  oder  vervollständigen,  so  das  Amt
der  Kürschner  in  den  Jahren  1513  15^*'
„  Goldschmiede  im  Jahre  1542,
„  Leineweber  „  „  1544,
„  Maurer  „  „  1546,
„  Schmiede  „  „  1578,
„  Böttcher  „  „1581.
Demnach  lassen  sich  wenigstens  21  verschiedene  Ämter  für  1  ^
Ausgang  des  16.  Jahrhunderts  nachweisen.  Vermuthungen  darü  1
anzustellen,  ob  es  mehr  Ämter  gegeben  haben  könnte,  von  den^

1  Blümcke,  a.  a.  O.  S  281,  283.
2  Schmoller,  Strassburger  'l'ucher-  und  Weberzunft,  1879,  S.  193.
3  Sollte  der  in  Bodeckers  Chronik  ed.  Napiersky,  S.  88  vorkoinmende
scherer“  nicht  ein  „Semischgerer“  sein?

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