Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Schneider-Gesellen.

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11)  Wer  aber  muhtwilHg  ist  und  kein  Gehör  geben  will,  soll
an  dasz  Ampt  verwiesen  werden.
12)  Kein  Gesell  soll  vor  offener  Laden  ein  Messer  bey  sich
tragen  bey  Straffe  achtzehen  Schilling.
13)  Wann  die  Gesellen  alle  Quartal  in  des  Beisitzers  Haus^z
zusammen  kommen,  sollen  die  Schaffer  und  Beysitzer  sich
setzen,  und  wer  alsdann  zu  klagen  hat,  der  bringe  es  höffhch
und  soll  ihm  kein  Gesell  einreden  bey  Straff  einer  Marek  rigi  ^
14)  Da  jemand  unter  den  Gesellen  wieder  den  Krugvater
Wirtter  oder  ihr  Gesinde  etwas  verwürcket,  soll  nach  Gelegen
umb  ein  Marek  gestraffet.
15)  Kein  Gesell  soll  Freibier  über  die  (fassen  tragen  he.
Straff  achtzehen  Schilling.
16)  Der  Gesell,  so  Bier  schencket  und  sich  nicht  höflich  ha
oder  das  Bier  verunreiniget,  soll  gestraffet  werden.
17)  Da  jemand  mehr  Bier  vergeusst  oder  spület,  dann  er
reine  Hand  bedecken  kan,  soll  zur  Straffe  sechs  Schilling  gc  ^
18)  Wann  ein  Gesell  anliero  wanderen  kommet,  der
die  vier  Wochen  die  Brüderschafft  gewinnen  bey  Straffe  ein
Marek.  _
19)  Es  sollen  sich  auch,  die  letzt  wanderen  kommen,  da  sie
der  Wanderzeit  das  Bier  zu  schencken  gekohren  worden,
keinesweges  dawieder  auf  lehnen,  oder  sie  sollen  gestraffet  wer
20)  Das  Zechgeld  sollen  die  Ciesellen  den  andern  I  ag  1^
Wanderzeit  auszkehren  bey  Straff  einer  Marek  rigisch.
21)  Es  soll  kein  Gesell  in  der  Wanderzeit  bey  freyem
ein  Gewehr  bev  sich  behalten,  wenn  sie  der  Schaffer  von  '

iTlit

Sich

elender ­


Hier

fordert,  oder  er  soll  gestraffet  werden.
22)  Alle  Wanderzeit  soll  den  Schaffnern  ihre  alte  Gerechtig
nemblich  ein  Thaler,  gelassen  werden  ahn  Argelist  und  (.ee^
Und  auf  das  alles  desto  gewisser  müge  gehalten  4-haben
  wir  Elterleute,  Meistere,  Schaffnere,  Altknechte  und  sa
liehe  (Gesellen  obgenant  itziger  unserer  Amptsherren,  neniblic^
ehrenvesten,  achtbaren  und  wohlweisen  Herren  Otto  Cannen^^^^^
Herrn  Frantz  Grafen  \  Consensum  hierzu  gebührlich  erfordert,  "

1  Vergl.  S.  345,  Anm.  i.
2  Ibid.  Anm.  2.
            
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