Full text : Die Volkswirthschaftslehre

114  Buch  2.  Kap.  1.  Prvductionsmittel.
wohlfeiler  gearbeitet,  als  ohnedem  möglich  nuire,  wahrend
übrigens  deren  Nützlichkeit  natürlich  mit  bedeutendsten  bei
solchen  Productionen  hervortritt,  welche  die  Arbeit  als  über
wiegendes  Productionsmittel  benutzen.
Ihre  Anwendung  ist  schließlich  im  Bereiche  der  -Geistesarbeit ­
  keineswegs  weniger  nutzbringend,  als  in  demjenigen  der
sonderarìige  Muskelkraft,  Fingerfertigkeit  re.  erfordernden  Hand
arbeit.  Um  Bedeutendes  bei  geistigen  Arbeiten  leisten  zu  können,
muß  sich  jede  Arbeitskraft  ebenfalls  auf  ein  besonderes  und
möglichst  gleichartiges  Arbeitsgebiet  zu  beschränken  suchen.  Nicht
der  begrenzte  Gebrauch,  den  der  geistig  Arbcitsthätige  von  seiner
Arbeitsfähigkeit  macht,  wirkt  nachtheilig  auf  dessen  Leistungen
zurück,  sondern  nur  die  zu  geringe  Gründlichkeit  der  allgemeinen
Durchbildung  und  die  zu  weit  gehende  Einseitigkeit  des  Kenntnißreichthums, ­
  welche  die  nöthige  Uebersicht  über  den  Zusammenhang
der  Dinge  verdüstert.
Nachtheile  dagegen  sind  mit  der  Arbeitstheilung  lediglich
bedingungsweise  insofern  verbunden,  als  bei  sehr  iveit  gediehener ­
  Ausbildung  derselben  die  Arbeitenden  einerseits  durch
die  übergroße  Einförmigkeit  der  Arbeit  körperlich  und  geistig
mehr  leiden,  andererseits  infolge  ihrer  äußerst  einseitigen
Leistungsfähigkeit  noch  abhängiger  und  zeitweise  auch  wohl
hilfsloser  werden  können,  als  es  sonst  der  Fall  sein  würde.
Besteht  die  Arbeitsverrichtung  des  Einzelnen  nur  noch  in
ewig  gleichmäßiger  Wiederholung  gewisser  Körperbewegungen,
Handgriffe  re.,  welche  gedankenloses  Hinarbeiten  gestattet,  so
können  allerdings  die  in  solcher  Weise  Beschäftigten  um  so  leichter
körperlich  und  geistig  verkümmern,  verkrüppeln  und  verdummen,
je  ausbildnngsbedürftigcr  sie  selbst  in  jeder  Hinsicht  ihrer  Jugend
halber  noch  sind,  je  ungesunder  die  Arbeit  an  und  für  sich  oder
der  Arbeitsraum  wegen  mangelhafter  Lüftung,  ungleicher  Wärme,
schädlichen  Staubes  re.,  und  je  länger  die  tägliche  Arbeitszeit  ist.
In  solchen  Fällen  vermag  jedoch  nunmehr  die  Maschine  alsbald
den  Menschen  zu  ersetzen.  Je  mehr  sich  eine  Arbeit  bereits  in
ganz  einfache  und  gleichförmige,  rein  mechanische  Vorgänge  zertheilt ­
  hat,  um  so  eher  kann  sie  durch  den  eisernen  Arm  der
Maschinerie  übernommen  werden.  Arbeitstheilung  vermittelt  eben
            
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