Full text : Die Volkswirthschaftslehre

§  78.  79.  Güterumlauf  im  Allgemeinen.  173
von  dem  Maße  ihrer  Versendbarkeit  (Transportabilität),
namentlich  also  von  Bewegbarkeit,  Haltbarkeit  sowie  von
Umfang  und  Gewicht  int  Verhältniß  zum  Werthe;  und  außerdem ­
  noch  von  dem  Grade  ihrer  Brauchbarkeit,  Unentbehrlichkeit, ­
  Zusagendheit  und  Zugänglichkeit.
Für  die  Umlaufsfähigkeit  der  betreffenden  Güter  sind  somit
schließlich  deren  natürliche  Eigenschaften  und  wirthschaftliche  Beziehungen ­
  maßgebend.  Unbewegliche  Waaren  (Immobilien)  bleiben
stets  am  mindesten  umlaufsfähig,  bewegliche  hingegen  können  um
so  leichter  dahin  gebracht  und  dort  bereit  gehalten  werden,  wo  sich
dafür  ein  Abnehmer  anfsuchen  läßt,  je  verscndbarer  sie  infolge
von  Dauerhaftigkeit,  d.  h.  Widerstandsfähigkeit  gegen  äußere
Einflüsse,  z.  B.  Stoß,  Fall,  Nässe,  Wärme  re.,  und  höheren
Werths  bei  geringerer  Umfänglichkeit  oder  Schwere  sind,  weil  alsdann ­
  der  Transport  selbst  und  die  gute  Erhaltung  während  dieses
oder  der  nachherigen  Aufbewahrung  weniger  Arbeitsmühe  und
Kapitalaufwand  verursacht.  Ebenso  finden  solche  um  so  eher  einen
Abnehmer,  je  allgemeiner  sie  gebraucht  werden  und  je  unentbehrlicher ­
  sie  zugleich  sind,  je  zusagender  sie  wegen  guter  Erkennbarkeit ­
  ihrer  Güte,  marktgercchter  Herstellung  oder  deshalb
erscheinen,  weil  sie  sich  den  gegenüberstehenden  Bedürfnissen  zufolge ­
  beliebiger  Theilbarkeit  rc.  bequem  anpassen  lassen,  und  je
mehr  Menschen  genug  Vermögensmittel  haben,  sie  einzutauschen.
So  sind  z.  B.  Edelmetalle  am  versendbarsten,  und  Fabrikate
meist  versendbarcr  als  Rohstoffe,  gewöhnlich  gebrauchte,  allbekannte
und  überall  begehrte  Gegenstände  absehbarer,  als  Kunstwerke  und
andere  Kostbarkeiten.
Verschiedenartige  Waaren  pflegen  daher  dauernd,  gleichartige ­
  aber  zeitlich  und  örtlich  ungleich  circulationsfähig
zu  sein,  während  jede  verseitdbare  Waarenart  mit  Verbesserung ­
  der  benutzten  Transportmittel,  bedingungsweise  auch
mit  Erhöhung  ihres  eigenen  Werths,  und  im  Verlaufe  der
Zeit  das  gesammte  Vermögen  der  Völker  verhältnißmäßig
circulationsfähiger  wird.
Verbesserungen  der  Transportmittel  steigern  zumal  die  Umlaufsfähigkeit ­
  aller  bisher  schwer  versendbar  gewesenen  Güter.
Werthserhöhungen  hingegen  hewirken  Aehnlichcs  vornehmlich  dann,
            
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