Full text : Die Volkswirthschaftslehre

§  156.  157.  ShGcitêlo#.

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Muskelkraft  sich  nur  da  findet,  wo  die  Ernährung  entsprechend
reichlich  und  zusagend  ist,  so  darf  auch  hoch  gesteigerte  und
ungetrübte  geistige  Thätigkeit  nur  da  erwartet  werden,  wo  der
Lohn  die  Mittel  zu  einer  in  geistiger  Beziehung  förderlichen
und  von  Sorgen  um  die  tägliche  Nothdurst  befreiten  Lebensweise
gewährt.
Oertlich  können  ferner  nicht  nur  die  Productionskosten  der
Arbeit  äußerst  unterschieden  groß,  sondern  außerdem  noch  der
Gebranchswerth  letzterer  und  die  Zahlungsfähigkeit  der  Arbeitskäufer
  erheblich  ungleich  sein.  Jene  Kosten  sind  z.  B.  in  den
großen  Städteil  meist  bedeutender,  als  auf  dem  platten  Lande.
Für  einen  Ort  mit  reicher  und  feingebildeter  Bevölkerung  mag
die  Arbeit  eines  Künstlers,  Dichters  oder  Gelehrten  ungemeinen
Gebrauchswerth  haben  und  demgemäß  in  Folge  der  weitreichenden
Zahlungsfähigkeit  hoch  gelohnt  werden,  während  vielleicht  die
nämliche  Leistung  für  die  ärmeren  Bewohner  eines  entlegenen
Walddorfes  ziemlich  werthlvs  wäre,  oder  dort  doch  mindestens
einer  sehr  viel  beschränkteren  Zahlungsfähigkeit  gegenüberstünde.
In  gleicher  Weise  ist  an  verschiedenen  Orten  das  zwischen
Arbeitsangebot  und  Arbeitsnachfrage  stattfindende  Verhältniß  ein
vielfach  anderes.  Weiberarbcit  z.  B.  wird  je  nach  dem  geringeren
oder  besseren  Wohlstände  der  Arbeiterfamilien  re.  reichlich  oder
kärglich  angeboten,  und  je  nach  den  vorherrschenden  Productionszweigen,
  dem  angewendeten  Productionsverfahren  re.  sehr  oder
wenig  gesucht.
Zeitlich  endlich  ist  der  Arbeitslohn  wiederum  ebenso,  wie  jeder
andere  Preis,  sowohl  nachhaltigen  Veränderungen  als  vorübergehenden ­
  Schwankungen  unterworfen.  Erstere  werden  vornehmlich
durch  langsam  im  Verlaufe  der  Zeit  in  Bezug  auf  die  Productionskosten
  der  Arbeit,  den  Gebrauchswerth  dieser  und  die
Zahlungsfähigkeit  der  Arbeitskäufer  sich  nach  und  nach  verwirklichende ­
  Aenderungen,  letztere  dagegen  zumeist  durch  zeitweise
plötzlich  rücksichtlich  des  gegenseitigen  Verhältnisses  von  Nachfrage
nach  und  Angebot  an  Arbeit  eintretende  Abweichungen  herbeigeführt.
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Insofern  aber  die  verhältnißmäßige  Höhe  des
Arbeitslohns  in  verschiedenen  Erwerbszweigen
eine  ungleiche  ist,  so  beruht  dies  darauf,  daß  die  Gesammt-
            
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