Full text : Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

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vorzugsweise  als  Depotstelle  für  öffentliche  Gelder  (von  Gemeinden,
Verwaltungen,  Sparkassen).  Schon  dieser  Umstand  bürgt  für  die
solide  Fundirung  und  Geschäftsführung  des  Instituts,  welches
ausserdem  das  regelmässige  Bankgeschäft  betreibt,  also  Kontokorrent-Kredit ­
  gewährt,  Effekten-  und  Wechsel  an-  und  verkauft  etc.
Unter  den  Umsatzziifern  des  Institutes  und  den  Bilanz-Positionen
nimmt  die  Ilypotheken-Abtheilung,  welche  jedoch  in  regelmässiger
Entwicklung  begriffen  ist,  eine  verhältnissmässig  bescheidene
Stellung  ein.  Ult.  Dezember  v.  J.  waren  vorhanden  10,154,123  M.
Hypotheken  und  5,891,600  M.  Pfandbriefe.  Letztere  tragen  40,^  pCt.
Zinsen  und  sind  al  pari  bezw.  darüber  verkäuflich.  Bislang
erstreckte  sich  das  Hypothekengeschäft  der  Anstalt  nur  auf  die
lieichslande,  nach  dem  Beschluss  der  letzten  General-Versammlung
sollen  aber  von  jetzt  ab  auch  Darlehen  an  Korporationen  in  ganz
Deutschland  gegeben  werden  dürfen.  Die  Beleihungsgrenze  bildet
für  Liegenschaften  der  Zweidrittel-,  für  Gebäude  der  halbe  Werth.
Der  Pfandbricfumlauf  darf  das  Zwanzigfache  des  eingezahlten
Aktienkapitals  betragen.  Ein  Vorzugsrecht  der  Pfandbriefinhaber
vor  anderen  Gläubigern  der  Bank  ist  nicht  vorhanden.
Die  Bilanz  pro  1876  weist  als  hauptsächlichstes  Passivum
40,642,613  M.  öffentliche  Gelder  auf;  als  hervorragendste  Aktivposten ­
  sind  zu  nennen;  19,778,052  M.  Wechsel,  9,929,594  M.
Fonds  und  Effekten,  8,060,276  M.  Debitoren,  10,154,124  M.  Hypotheken ­
  und  2,299,271  M.  Kommunaldarlehen.  Aus  dem  Jalircsgewinnc
  von  315,416  M.  werden  288,000  M.  als  6  pCt.  Dividende
an  die  Aktionäre  gezahlt,  je  2,982  M.  als  Tantieme  der  Direktion
und  dem  Aufsichtsrath  zuerkannt  und  18,753  M.  dem  Ueservefond
überwiesen,  welcher  bereits  143,195  M.  enthielt.  In  den  vorhergegangenen ­
  drei  Jahren  hatte  die  Dividende  stets  8  ¡)Ct.  betragen.
Den  Kentabilitätsrückgang  begründet  der  Geschäftsbericht  mit  dem
niedrigen  Zinsfuss  und  dein  Geld  Überfluss  des  vorigen  Jahres.
Die  Bankabtheilung  hat  ihre  Beziehungen  auf  alle  grösseren
Plätze  des  Kontinents  ausgedehnt.  Mit  dem  ganzen  Charakter
der  Anstalt  stimmt  überein,  dass  der  Effektenbesitz  derselben  nur
gute,  festverzinsliche  Papiere  umfasst.
Hie  Anhalt-Dessauische  Landesbank  in  Dessau,  obgleich  bereits
1847  gegründet,  betreibt  erst  seit  1872  das  Kealkreditgeschäft.
Unter  den  Folgen  der  Gründerzeit  von  1853—57  hatte  das  Institut
            
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