Full text : Ueber die Möglichkeit einer volkswirthschaftlichen Harmonie

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liehst  zugänglich  gemacht  werden:  durch  Entwickelung  des
Transport-  und  Verkehrswesens  und  Sicherung  des  Kechtszustandes.
  Wo  diese  Bedingungen  nicht  erfüllt  werden,  kann
wohl  mittelst  kostspieliger  Unternehmungen  eine  Einwanderung
erzielt  werden,  aber  diese  wird  niemals  erfolgreich  sein.
Die  Niederlassung  neuer  Colonisten  muss  der  Staat  möglichst ­
  frei  vor  sich  gehen  lassen.  Er  darf  sie  nur  unterstützen
durch  Gewährung  von  Ländereien  und  zeitweiligen  Steuerfreiheiten, ­
  so  dass  nur  solche  Colonisten  sich  niederlassen  können,
welche  die  Arbeit  nicht  scheuen  und  wenigstens  ein  kleines
Capital  besitzen.  Jede  Begünstigung,  welche  darüber  hinausgeht, ­
  pflegt  eine  Einwanderung  von  Proletariern  und  Abenteurern ­
  anzulocken,  welche  für  kein  Land  wünschenswerth
sein  kann.
Die  Einwanderung  ganz  mittelloser  Arbeiter  ist  nur  da
wünschenswerth,  wo  Capitalien  und  Naturkräfte  im  Ueberfluss,
Arbeitskräfte  dagegen  spärlich  vorhanden  sind.  Der  Staat
sollte  jedoch  in  einem  solchen  Falle  gar  nicht  einschreiten,  es
vielmehr  den  Capitalisten  überlassen  durch  Heranziehung  neuer
Arbeitskräfte  aus  der  Fremde  das  Gleichgewicht  herzustellen.
Der  Erfolg  der  Colonisation  hängt  hauptsächlich  davon
ah,  dass  ein  Jeder  dahin  geht,  wo  ihm  die  jeweiligen  wirthschaftlichen
  Verhältnisse  günstig  sind:  Grosscapitalist,  Kleincapitalist,
  Tagelöhner,  werden  eine  ganz  verschiedene  Gegend
aufsuchen  müssen,  um  ihre  Thätigkeit  wirthschaftlich  zur
Geltung  bringen  zu  können.  Ausser  den  wirthschaftlichen
Verhältnissen  wird  auch  ein  Jeder,  bevor  er  sich  zur  Auswanderung ­
  entscheidet,  zu  berücksichtigen  haben:  die  klimatischen ­
  Verhältnisse,  die  Landessitten,  die  gesellschaftlichen  und
politischen  Zustände,  die  örtliche  Lage,  die  Entwickelung  der
Verkehrsanstalten  der  in  Aussicht  genommenen  Oertlichkeit.
Eine  solch  eingehende  Prüfung  ist  bei  vielen  Colonisationsunternehmungen
  unterblieben,  und  nur  zu  oft  sind  diese  daher,
zahlreiche  Opfer  ins  Elend  stürzend,  missglückt.
Einem  solchen  Uebel  muss  ein  Staat,  wie  schon  bemerkt.
            
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