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Betreffs der
Schweiz
fehlt es nach einer privaten Mittheilung des Herrn Dr.
Guillaume, Director des statistischen Bureau zu Bern, an
einer exacten Criminalstatistik, die über die Vernrtheilung
der Jugendlichen verlässlichen Aufschluss geben könnte.
Es liegen nur Daten über die Zahl der in den correctivnellen
Schulen und in den Rettnugsanstalten verwahrten
jugendlichen Individuen vor, welche eine mäßige Zunahme
derselben bezeugen.
So betrug der mittlere Stand der jugendlichen Corrigenden
Knaben Mädchen
m dem Quinquennium 1883—1887: 842, 247,
y „ « 1888—1892: 872, 258,
un Jahre 1893: 951, 280.
(Siitc Verschlimmerung der Criminalitäsverhältnisse der
jugendlichen.Personen bezeugt wohl weiters die wachsende
ZŞ derjenigen, die wegen Überfüllung der Anstalten in
dieselben nicht aufgenommen werden konnten.
So wurden zurückgewiesen
im Jahre 1890: 135 Knaben, 18 Mädchen,
„ ,, 1891: 125 „ 34 „
„ » 1892: 222 „ 36
2n den öffentlichen Anstalten (10 an der Zahl), in
welchen die Aufnahme der dahin Berwiesenen nicht verwergert
werden darf, ist die Zahl der Corrigenden vom
ķ)re 1883 bis zum Jahre 1893 von 301 auf 424 ge-Itiegen.
Dr. Guillaume zieht daraus den Schluss, dass
man m der Schweiz bezüglich der Criminalität der Jugendl
)en nicht schlimmer, aber auch nicht besser daran sei, als
n'mau, dass aber jedenfalls die Sorge um die Zukunft der
ervrecherrschen und moralisch verwahrlosten Jugend eine
größere geworden sei.
geben die Richtigkeit der letzterwähnten Behanpunggern
zu, aber wir vermeinen, dass zur Erhöhung der
messallrgen Sorge, die in der Errichtung neuer staatlicher
Rettungs- und Verbesserungsanstalten, ihren Ausdruck findet,
eme sichtliche Vermehrung der der Jugend zur Last fallenden
Delicie wohl den ersten Anstoß gegeben hat.