Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

unserem  Gebiet  das  Eocen  das  unmittelbare  Hangende  der
Ropianka-Schichten  bildet,  und  das  somit  die  ganze  große
Schichtenabtheilung,  die  in  den  Ostkarpathen  zwischen  den
Ropianka-Schichten  und  dem  Eocen  liegt  und  die  als  mittlere
Gruppe  bezeichnet  wird  hier  in  den  Westkarpathen  vollständig
fehlt.  Allerdings  haben  wir  auch  in  unserem  Gebiet  Gesteine,  die  an
den  massigen  Jamna-Sandstein  erinnern  und  die  sogar  thatsächlich  von
H.  Szajnocha  (l.  c.)  zur  mittleren  Gruppe  gestellt  wurden,  die  aber  nichts
destoweniger  zweifellos  dem  Eocen  angehören,  weil  sie  auf  den  rothen
Thonen  mit  dem  Nummulitensandstein  ausruhen.
Von  einer  Storung  im  geologischen  Baue  von  Ueberkippungen  u.  s.  w.
kann  hier  keine  Rede  sein,  weil  in  unserem  Gebiet  nur  die  Ropianka-Schichten
  und  theilweise  auch  die  Menilit-Schiefer  eine  ziemlich  unregelmäßige ­
  Lagerung  aufweisen,  sonst  ist  aber  Alles  ganz  regelmäßig  und
bildet  leicht  gewölbte  Falten,  die  sich  immer  mit  einer  großen  Einförmigkeit ­
  wiederholen.
Daß  die  plattigen  Sandsteine  (wohl  zu  unterscheiden  von  den  plattigen
Sandsteinen  der  Herren  Kreutz  und  Zuber,  die  unseren  oberen  Ropianka-Schichten
  entsprechen),  die  auch  im  Hangende»  der  rothen  Thone  vorkommen, ­
  dem  Eocen  angehören,  das  wird  wohl  Niemand  bezweifeln  können.
Schwieriger  verhält  es  sich  mit  der  Altersbestimmung  jener  grobkörnigen ­
  Sandsteine  (Mühlsteine)  die  gewöhnlich  die  Gipfel  der  Berge
bilden.  Sie  liegen  auf  den  plattigen  Sandsteinen,  doch  haben  wir  gar
keinen  Anhaltspunct  zu  entscheiden,  ob  sie  noch  dem  Eocen  oder  etwa
einem  noch  jüngeren  Horizonte  angehören.
Ueber  die  Menilit-Schiefer  läßt  es  sich  nicht  viel  sagen.  Ihr  Auftreten ­
  in  unserem  Gebiet  ist  mit  dem  des  Ostens  ganz  identisch.  Es  wäre
hier  vielleicht  der  Umstand  hervorzuheben,  daß  sie  gewöhnlich  in  der  Gestalt ­
  von  Synklinalen  auftreten,  und  oft  von  der  allgemeinen  Streichungsrichtung ­
  abweichen.
Daß  die  Sandsteine,  die  daß  Hangende  der  Menilit-Schiefer  bilden
(Mogilno,  Chetm  u.  s.  w.)  und  die  von  uns  den  Namen  „jüngerer  Sandsteine" ­
  erhalten  haben,  thatsächlich  jünger  sind  als  die  Menilit-Schiefer,
scheint  klar  zu  sein.
Die  Stellung  der  braunkohlenführenden  Schichten  von  Podegrodzie,
Naszacowice  u.  s.  w.  ist  auch  nicht  bestimmt.  Jedenfalls  sind  dieselben
jünger  als  die  plattigen  eocenen  Sandsteine,  weil  sie  das  Hangende  derselben ­
  bilden.
Unsere  Ausscheidung  des  subkarpathischen  Lehms  im  Gegensatz  zum
Berglehm  haben  wir  bereits  im  3.  Capitel  des  zweiten  Theiles  begründet.
Ueber  die  Alluvien  läßt  sich  nichts  erwähnenswerthes  anführen.
            
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