thumbs: Logik des Geldes

§ 2. Abgrenzung der Aufgaben dieser Untersuchung. 13 
können. Aber man wird uns mindestens zugestehen müssen, 
daß auch wir Nationalökonomen Geldtheorie betreiben 
dürfen. 
Und hier muß eine weitere Abgrenzung vorgenommen 
werden. Man pflegt zwei nationalökonomische Probleme zu 
scheiden: die Frage, worauf Wert oder Geltung des Geldes 
beruhe und die weitere, nach welchen Gesetzen der Wert 
des Geldes sich ändere. Man spricht von Statik und Dyna 
mik, von qualitativem und quantitativem Geldproblem 1 . 
Wir wollen uns im wesentlichen auf das statische Problem 
beschränken. Im wesentlichen — denn eine strenge Trennung 
ist unmöglich. Eine fruchtbare Behandlung des dynamischen 
Problems aber wäre vielleicht die schwierigste Aufgabe, die 
sich ein Nationalökonom stellen könnte und setzte als 
Grundlage schon eine befriedigende Lösung des statischen 
Problems voraus, dann aber eine Kenntnis aller Phänomene 
des Wirtschaftslebens, eine Beherrschung der Theorie und 
Praxis der Volkswirtschaft, die niemandem möglich ist. Der 
Geldmarkt, die Banken, das Kreditwesen überhaupt, die 
Preisbildung, die Einkommensbildung, die Konsumtion, die 
Konjunkturen müßten von einem Geiste mit gleicher Gründ 
lichkeit in Spezialstudien erfaßt werden, eine Arbeit, zu 
deren wesentlicher Förderung ein Menschenleben nicht aus 
reicht. Es gibt freilich Schriftsteller, die die Sache für leichter 
halten, ja unter den Verfassern der uns bekannten selb 
ständigen Werke und Abhandlungen über Geldwesen sind 
nicht viele, die sich die Beschränkung auferlegen, das dyna 
mische Problem nicht zu behandeln. Worin dessen besondere 
Schwierigkeiten liegen, das ist unter anderem in dem Artikel 
»Geld« von Menger im Handwörterbuch der Staatswissen 
schaften angedeutet worden. Wir möchten hier nur betonen, 
1 S. P. Altmann, Zur deutschen Geldlehre des 19. Jahrhunderts, Fest 
gabe f. Schmoller 1908, 1.
	        
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