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französischen Konkurrenz würde erfolgt sein, auch wenn kein
Verband mitte gegründet worden. Die schweizerische Stickerei
l;at ihre Sn peri ori tät voll und ganz behauptet, ist ans
dein Weltmärkte so tonangebend und führend, als je
und sicherlich in der Verbandsperiode im Verhältnisse nicht
minder erstarkt, als ihre Konkurrenten. Die Gefahr einer
Schwächung der Konkurrenzfähigkeit wäre erst vorhanden ge-
wesen, wenn die ans Arbeitnehmern bestehende Verbands
mehrheit weniger Mas; gehalten und ans einzelnen Forderungen
eigensinnig beharrt hätte. Wir glauben dies nun ausdrücklicher
betonen zu dürfen, weil Versuchen zu analogen Griindnngen
in anderen Industrien stets der Vorwurf der Schwächung der
Konkurrenzfähigkeit als Stein in den Weg gelegt wurde.
Schließlich sei gestattet, zwei kompetente Urtheile über
die Wirksamkeit des Stickereiverbandes hier einznslechten. Das
eine ist von einer Warte aus geschrieben, welcher die Inter
essen der Arbeitnehmer am nächsten liegen und rührt aus der
Feder eines schweizerischen Fabrikinspektors. Dr. Schuler gab
in seinem Amtsberichte von 1886 folgendes Urtheil über den
Verband ab: „Der Verband hat bereits ganz bedeutende Er
folge erzielt, dein Sinken der Löhne Einhalt gethan, die Pro
duktion ans ein geringeres Maß zurückgeführt, die Verhältnisse
zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gebessert und zahllose
Stimmen, die früher die Ziele als unerreichbar bezeichneten,
sangen an zuzugeben, daß der Verband ein Vorläufer ähn
licher Organisationen auf anderen Gebieten sein dürfte. Aller
dings bedarf es dazu einer ungewöhnlichen Energie und Hin
gebung der leitenden Personen, sowie der Einsicht, Ehren
haftigkeit und des treuen Festhaltens am gegebenen Worte
von Seite der Mitglieder, wie sie im Verbände in so erfreu
licher Weise zu Tage > getreten sind!" Dieses Urtheil vom
Fahre 1886 erfährt keine Abschwächung durch die ferneren
Ereignisse im Verbände. Mehr vom Standpunkte der Arbeit
geber ans sprechen die Berichte des Kaufmännischen Direktoriums