bslö Verständniß sur die beidseitigen Forderungen und Bedürfnisse
mehre.
Zn den sozialen Errungenschaften ist auch eine bemerkbare
Verfeinerung des Gefühls für geschäftliche Moral und
Recht in allen Jnteressentengrnppen zu zählen. Erst durch
den Verband ist das Bewußtsein ein allgemeines und tiefes
geworden, daß alle die unzähligen Geschäftskniffe, daß gewisse
Abzüge, Retouren, Garnschwindeleien, Stichunterschlagungen,
Mnsterschindereien, Copien, Prvvisionsmogeleien, und wie die
Einzelsorten dieser unsauberen Sammlung sämmtlich heißen,
denn doch nicht nur so eine Art unvermeidliches Uebel seien,
das der Eine ertragen müsse, weil der Andere es auch ertrage,
und das der Eine praktiziren dürfe. tveil sein Nachbar auch
davon Gebrauch mache. An Stelle des laisser aller, laisser
faire in der gegenseitigen Beschummelung trat das lebhafte
Gefühl der Unmoralität und der Rechtswidrigkeit solcher Handlungen,
das Bewußtsein, daß mau die letzteren bekämpfen
und ausrenten müsse und bei ernstlichem Willen zum guten
Theil auch könne. Man macht dem Verbände zwar den Vorwurf,
daß er durch seine zahlreichen Vorschriften zu dcmoralisirenden
Kniffen eigentlich erzogen habe, daß diese Vorschriften
die Gelüste weckten, sie zu umgehen, vergißt aber, daß die
Kniffe jeweilen schon üppig vorhanden waren, wenn die Vorschriften
dagegen erlassen wurden. Neberhaupt ist die Erfahrung
eine alte und allerorts bestätigte, daß gewisse unsaubere
Praktiken am meisten in jenen Industrien vorkommen, welche
in sozialer und beruflicher Desorganisation sind. Eine weitere
Errungenschaft in sozialer Richtung ist der Schutz der Franenund
Kinderarbeit, sowie der Männerarbeit in der Hansindustrie
durch die elfstündige Maximalarbeitszeit.
Man braucht wohl nicht des Näheren auseinanderzusetzen,
daß gleichwie der Verband zu einem werthvollen sozialen Erziehnngsfaktor
für seine Mitglieder wurde, er dieo auch in
indnstriepolitischer Beziehung war. Man mag nur einzelne