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China (Industrie, Handel).
Seegras u. a., deren Wert sich über 10,8
Mill. Mk. erhebt. Namentlich sind Seegras
und Agar-Agar (letzteres aus dem
Ostindischen Archipel zunr Appretieren der
Seidenzeuge und zum Leimen des Papiers
eingeführt) an Menge stets wachsende Artikel.
Diese gallertartige Masse sollen die
Salanganschwalben zum Ban ihrer Nester
gebrauchen, einer so beliebten Delikatesse,
daß man 1879nicht weniger alS2,776,086
Mk. für diese Vogelnester verausgabte.
Industrie und Handel.
Die Industrie tritt außer den schon
genannten Seidenwaren im Handel namentlich
mit Papier und Papierwaren,
Porzellan und Lackwaren auf. Die Papiervereitung
geht bis 153 n. Chr. zurück.
Die sehr dauerhaften Sorten, zìi denen
man Hanffasern, junge Bambussprosscn,
Maulbeerbanmrinde, Rotang (Spanisches
Rohr), Meeralgen, Reis- und Weizenstroh
verwendet, werden in E. selbst zu
Fenstern unb Regenschirmüberzügen verarbeitet.
Das chinesische Papier ist von
großer Zähigkeit und für gewisse Zwecke
vorzüglich geeignet; der Export ist daher
in jüngster Zeit sehr erheblich gestiegen und
hatte 1879 eiucnWert von 3,324,390 Mk.
erreicht. Die Porzellanfabrikation ist mir
hinsichtlich der Größe ihrer Vasen allen
übrigen Völker,: voraus, auch werden chinesische
Porzellane zum großen Teil als
Kuriositäten gehandelt. Der Ausfuhrwert
erreichte 1879 aber immer die Höhe vou
2,010,226 3RÎ.
Ķ Der Handel mit dem Ausland ist mit
wenigen Ausnahmen in den Händen europäischer
und amerikanischer Handelshäuser.
Bis 1842 war der Verkehr zu Lande
nur überMaimatschiu, Kiachta gegenüber,
möglich, zur Sec nur über Kanton. Jetzt
sind dem auswärtigen Handel 21 Häfen
geöffnet (s. S. 94). In diesen Traktats-Häfen
bezifferte sich der gesamte Handel
(Einfuhr und Ausfuhr) 1878 aus 856,4
gm., 1879 cus 92? gm. 9%r. %on
dem 1879er Betrag entfallen auf:
Vereinigte Staaten 69,o
Japan .... 33,9
Rußland (via
Machia) . . . 25,7
Australien . . . 12,2
England. . . 278,7
Hongkong. . . 276,2
Ostindien. . . 151,4
Europ. Kontinent.
. . . 73,2
Die wichtigsten Handelsgegenstände sind,
dem Wert nach geordnet (in Mill. Mark):
Ausfuhr
Thee....
Rohseide . .
Scidenwarcn.
Zucker . . .
Strohgeflechte.
Papier und Mc-Einfuhr
Opium.... 219,2
Banmwollwaren. 135,o
Wollwaren . . 29,7
Metalle und Metallwaren
. . 24,8
Steinkohle... 4,8
Ginseng ... 5,8
Rohbaumwolle . 9,3
tallfolien.
Porzellan rc..
Häute . . .
Die Seezollämtcr wurden 1854 errichtet,
um den Eingang derZolleiuuahmeii
zu überwachen, welche der Bezahlung der
Kriegsschuld an die Westmächte als Sicherheit
dienen sollten. Nachher behielt die
Regierung dieses Institut bei. Der Sitz
des Generaliuspektors ist in Peking. Derselbe
ist Engländer ebensolche dieZolldirektoren
in den Traktatshäfen. 1879 betrugen
dieZolleinnahmen81 ,iMill.Mk., nämlich:
Einfuhrzölle . 29,o Kiistcnhandcls -
Ausfuhrzölle . 44,i zölle ... 4,5
Dllrchfuhrzöllc 2,o Tonnengelder. 1,5
Der Handel über die Landesgrenze, derjenige
Hongkongs sowie der vermittelst
chinesischer Schisse in den nicht geöffneten
Hafen entziehen sich der Kontrolle. Der
Laudlveg ilber Rußland verliert aber immer
mehr an Bedeutung; der Transport
eines Pfundes Thee (dès Hauptauöfuhrartikels)
von einem chinesischen Hafen bis
London kostet 20—30 Pf., auf dem Landweg
bis gRoSkau nahezu 2 Mk.
Eine dem chinesischen (auch demjapanesischen)
Handel eigentümliche Institution
ist die der E o m P r a d o r e, Zwischenhändler
zwischen dem chinesischen und dem
fremdeil Kaufmann, zugleich Kassierer
der ansässigen europäischen und amerikanischen
Kaufleute und deren Dolmetscher
bei allen Geschäften mit Chinesen. Außer
einer Kommission beziehen sie festen Gehalt,
sind oft reiche Leute, die auch eigne
Geschäfte machen. DerCompradore leistet
mit seinem Vermögen Bürgschaft für die
Zahlungsfähigkeit und, Ehrlichkeit der
chinesischen Händler sowie für die Zuverlässigkeit
und Brauchbarkeit der im Haus
verwendeten Diener und Wächter.
Konsulate. Für jeden der vier Juris-Artikel,
die unter C vermißt werden, sind unter K nachzuschlagen.