Jedoch: nobis et ad nostrum thesaurum, zuppario (dem obersten Berg
beamten) seu zuppariis nostris, quos tuae praeficiemus eisdem, undecimam
marcam argenti et undecimum centenarium plumbi dare et assignare
tenebuatur (von den fertigen Metallen), decem partibus tarn argenti quam
plumbi oro se reservatis. Die gewonnenen Metalle dürfen sie nach
Belieben ausführen, salvis tarnen praemissis et aliis iuribus nostris rega-
libus, scilicet denariorum liberalium, vulgarites freihailes, de quolibet
centenario unum denarium etc. 1
Als den Bürgern von Olkusch ihre alten Privilegien super structuram
montium et fodinarum in einer Feuersbrunst umkamen, gestattete ihnen
Wladislaus Jagello im Jahre 1426, sich nach ungarischem und böhmischem
Bergrecht zu richten: eo iure, more, consuetudine, quibus in aliis regnis
vicinis Hungariae et Bohemiae montium magistri et fossores gaudent
et fruuntur. Alles geschieht iuribus tarnen nostris regalibus semper
salvis 2 .
Wenn die bisher angeführten Urkunden immer noch einen Zweifel
darüber offen lassen, ob das landesherrliche Bergregal sich nur auf
Kronland erstreckte oder auch das zu freiem Besitz ausgetane Land
umfaßte, so wird dieser Zweifel völlig behoben durch die Urkunde des
Königs Kasimir vom 28. Juni 1428. Hier gestattet der König ausdrücklich
vier namentlich aufgeführten Bürgern aus Krakau, einzeln oder zusammen
nach allerlei Erzen nicht nur auf des Königs eigenen Gründen, sondern
auch auf den geistlichen, klösterlichen und adligen Gütern, unter den
Bedingungen und Gewohnheiten zu suchen, wäe sie in Böhmen und
Ungarn üblich sind (in montibus, campis, planis, silvis, aquis, villis,
ortis, tarn nostris quam spiritualium, religiosorum et nobilium nostrorum
et in Omnibus locis in regno nostro Poloniae). Ein Jahr nach gemachtem
Funde sind sie frei von Abgaben, dann haben sie den üblichen Teil
an Erz oder Metall dem König zu entrichten: debebunt nobis . . .
partem huiusmodi minerarum seu metallorum tempore debito et solito
praesentare iuxta consuetudinem montanorum caeterorura 3 .
Die Einnahmen aus dem kraft des Bergregals dem Könige zu
kommenden Bergzehnts, der olbora oder orbora (aus dem deutschen
urbar), wurden von den Königen des öfteren verpachtet oder verpfändet.
So verpfändete beispielsweise König Johann Albrecht im Jahre 1501
die „orbora plumbi Henssiensis“, d. h. den Bergzehnten aus dem Olku-
scher Bleibergbau für 3000 ungarische Goldgulden dem Krakauer Konsul
1 Zabczeki a. a. O. S. 124 ff.
s Ebenda S. 140 ff.
s Ebenda S. 144 ff.