10 Alessandria —
Im Verkehr herrsche" zwei Währungen
(beide geringer als die gesetzliche türkische
Valuta): die Saach- (»gute«) und die
Tschnrupp- (»faule«) Währung; die erste
für den Großeinkauf unb Kleinverkauf
von Landesprodukten, die zweite für den
Großverkauf von Einfuhrwaren. Nach
der Saach-Währung galt 31. März 1879
der englische Sovereign 133 Piaster 20
Para, das französische 20-Frankstück 106
Piaster. Die türkische Lira (zu 100 Piaster)
galt 120 Piaster Saach und 160
Piaster Tschurupp. Das neue Papiergeld,
die sogen. Kaimeh, hat die türkische Regierung
vergeblich versucht hier in öffentlichen
Umlauf zu bringen. — Wechselkurse
notiert man aus Marseille für den
Frank und 4 Monate dato, auf London
für das Pfund Sterling ruid 3V% Monate
dato oder 3 Tage nach Sicht, auf Koiistantinopel
und Beirut 11 Tage nach Sicht.
— Die gesetzlichen neuen Maße und Gewicht
e finden keine Anwendung. Der Pik
oder die Draa — 0,79 m; der neue Kantar
— 318,8 kg, der alte Kantar — 255 kg.
Alessandria, Hauptstadt der gleichnamigen
ital. Provinz, Knotenpunkt von
fünf Eisenbahnen; (i878) 59,241 Einw.
Ressort des deutschen Generalkonsuls in
Genna; Nationalbank, Volksbank. Jährlich
werden zwei altberiihmte Messen gehalten;
auch bildet A. den Mittelpunkt
des Handels und Verkehrs zwischen Genna
(Mailand imb Turin.
Alexandrette (I s ka u d e ru n,Skauderun),
türk. Seehafen an der Küste
Syriens, südlich am Golf von A., Station
der Nederlandsche Stoomboot Maatschappij,
Messageries maritimes, Russischen
Dampfschiffahrtsgesellschaft; 1000
Einw.; wichtig, weil eä den Ereehandel
von Aleppo und Diarbekir verinittelt.
Deutsches Vicekonsulat (ressortiert von
Aleppo). Der Hafen ist geräumig, aber
vernachlässigt; die Europäer wohnen in
dem nahen Bailan. Der Handel liegt
meist in den Händen der Engländer;
Wert der Einfuhr 1878: 32,8 Mill. Mk.,
der Ausfuhr 18,3 Mill. Mk. Von der
Einfuhr und Ausfuhr entfallen auf England
18,6, resp. 2,5, die europäische Türkei
3,8, resp. 5,4, Frankreich 3,i, resp.4,3,
Alexandrien.
Österreich 2,i, resp. 2,3 Mill. Mk. Eö
iteseli 1878 ein: 305 Schisse von 140,463
Ton., wovon 61,365 T. französisch, 34,937
T. britisch, 23,130 T. österreichisch.
Alexandrien, Hanpthasen und erste
Handelsstadt Ägyptens, am Mahmndiehkanal
und den Bahnen A.-Kairo und A.-Rosette;
Station der Dampfer des Österreichisch-Ungar.
Lloyd, der Peninsular
and Oriental Co., Messageries maritimes,
Società Rubattino, Russischen Dampsschiffahrtügesellschaft,
Leyland-Linie (Liverpool);
(1877) 165,752 Einw. Deutsches
Generalkonsulat ; Appellhof und erstes Tribunal
des gemischten Gerichtshofs; Anglo-Egyptian
Bkg. Co., Commercial Bank of
Alexandria, Banque Franco-Egyptienne,
Banque Ottomane, Crédit Lyonnais.—In
den Hafen liefen 1879 ein: 2204 Schiffe
von 1,102,107 Ton., davon 466 Handelsund
562 Postdampfer sowie 1153 Segelschiffe.
über A. gehen 98 Proz. der gesamten
Ausfuhr Ägyptens. 1879 waren
Hauptposten:
Getreide .... 3,07 Mill. Hektol.
Bohnen .... 0,97 - »
Banmwollsamen . 4,so -
Baumwolle . . . 394410 Ballen
Zucker 305691 Säcke
Lumpen .... 11719 Balle»
ferner: Gerste, Linsen, Harze, Henna n. a.
Dampferlinien gehen nach Jaffa, Akka,
Beirut, nach Korfu, Brindisi, Neapel,
Malta und Tripolis.— Platz geb rä u che.
Englische Manufatte werden meist gegen
bar verkauft, andre Manufakturwaren
auf 3, 6—9 Monate Kredit, Tuch auf
4—7 Monate. Doch erfolgt nach Ablauf
der Frist gewöhnlich nicht Zahlung.
Baumwolle wird nach dem Ausland gegen
Tratte des Kommissionärs 3 Monate dato
verkauft, LandeSerzengnisse für bar. Bei
Verträgen mit der Regierung muß man
Stempclpapier gebrauchen, was etwa 1
pro Mille ausmacht. Eisen, Zwirn, Tuche
und andre deutsche Waren kommen alö
Kommissionswaren hierher und unterliegen
dann einer Gebühr von 4 Proz. des
Fakturabetrags. Größere Handelshäuser
haben ihre Agenten in Kairo, welche für
sie europäische Waren verkaufen und Landesproduktc
ankaufen. — Wechselkurse
werden notiert ans Amsterdam, Mar-