Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Frankreich  (Bergbau  it.  Hüttenwesen).

welches  einen  bedeutenden  Anteil  an
Frankreichs  Gesamtproduktion  hatte,  niele
Bergwerke  verloren  gingen.  Die  jetzigen
verteilen  sich  ans  34  Departements,  unter
welchen  die  nachstehenden  das  größte  zu
Bergbauwerken  verliehene  Areal  besitzen:
Gard  232  QKilom.
Mmrthe-et-Moselle  .  .  119
Ardèche  99
Isère  79
Aveyron  6.3
®oci)  werden  Erze,  welche  sich  besser  zur
Stahlfabrikation  eignen,  von  Elba,  Spasuen
  und  Algerien  bezogen.  1872  betrug  die
Produktion  von  Erzen  aus  französischen
Bergwerken  3,084,026  metr.  Ton.  im  Wert
von  8,8  Mill.  Mk.,  dabei  wurden  020,518
T.  ein-  und  336,790  T.  ausgeführt;  1876
betrug  aber  der  Import  975,631  T.,  der
105,170  %.  bie  @ncnqnnq
von  Roheisen  anlangt,  so  ist  dieselbe  ohne
"nterbrechung  gestiegen;  1819  betrug  sie
#112,500$.,  aber  1878:1,507,000%.
àoei  wird  die  Holzkohlcnfeucrung  immer
^ehr  von  der  Koksfeuerung  verdrängt.
Bon  4<2Hohöfen,  welche  1861  bestanden,
arbeiteten  282  mit  Holzkohle  und  113  mit
Ķoks;  1872  zahlte  man  270  Hohöfen,  von
venen  89  mit  Holzkohle  und  135  mit  Koks
arbeiteten.  Die  Fabrikation  der  verschiedenen ­
  Sorten  zeigte  überall  einen  Rückgang,
nur  die  Stahlfabrikation  nahm  bedeutend
zu  und  zwar  1878  u.  1879  von  3,129,210
auf  3,276,700  metr.  Ctr.  Gefördert  wurde
diese  Seite  der  Eisenindustrie  durch  die  Ersetzung ­
  der  Eisenschiene  durch  die  Stahlschiene; ­
  von  dem  obigen  Gesamtbetrag  entsielen
  auf  Bessemer-  und  Martinstahlscksieuen
  1879:  3,28  Mill.  metr.  Ctr.  Ganz  im
Zusammenhang  damit  hat  die  Fabrikation
von  Stabeisen  abgenommen;  sie  betrug
1874  nahezu  7,7  Mill.,  aber  1879  nur  6,56
Mill.  Ctr.  Die  Produktion  von  Roheisen
g'ug  von  15,2  Mill.  Ctr.  im  Jahr  1878
vus  13,88  Mill.  Ctr.  in  1879  zurück.  Die
Fabrikation  hat  sich  aber  gehoben,  davon
wurden  1878:1,24  Mill.  Ctr.  und  1879:
1,409,840  Gtr.  fabn%ictt.
.  Die  Produktion  andrer  Metalle  ist
vagcgen  gering.  Blei  findet  sich  in  dem
-entralplateaü  und  in  den  Vogesen;  die
^Überproduktion  beschränkt  sich  auf  drei
Handelsgeographie.

11,2
7,2
4,8

193
sich  'N  geringer  Quantität  in  den  Rhönemundungen.
  Die  Gewinnung  von  Kupfer ­
  und  Zink  ist  bedeutender,  durchschnittlich ­
  mußten  aber  von  dem  ersten
180,000,  von  dem  zweiten  280,000  Ctr.
eingeführt  werden.  Die  Gewinnung  voir
Antimon-,  Nickel-,  Kobalt-  und  Manganerzen ­
  schätzt  man  aris  jährlich  60,000
metr.  Ctr.  Die  Einfuhr  von  Mineralien
lind  Metallen  aller  Art  übersteigt  die  Ausfuhr ­
  sehr  ansehnlich.  Eingeführt  wurden
18/8  namentlich  (in  Millionen  Mark):
Kupfer.  .  .  30,4  Zink  .
Mineralien  .  24,4  Rohzinn
Blei  .  .  .  15,9  Roheisen
Eisen  u.  Stahl  11,4
Dagegen  wurden  nur  für  6,6  Mill.  Mk.
Kupfer,  für  2,7  Mill.  Mk.  Eisen  aller  Art
und  für  2,2  Mill.  Mk.  Mineralien  ausgeführt. ­
  Ail  Steinen  aller  Art:  Granit,
Syenit,  Marmor,  Schiefer,  lithographischen ­
  und  andern  Steinen,  fehlt  cs  nicht,
und  diese  bilden  wichtige  Handelsartikel.
Der  Handel  mit  Erden,  Erzen  und  Steinen
wertete  1878  in  der  Einfuhr  54,3  Mill.,
in  der  Ausfuhr  24  Mill.  Mk.  Deutschland
ist  hierbei  nicht  unbeträchtlich  beteiligt,  au
Erzen  allein  führte  es  für  2,4  Mill.  Mk.
uach  F.  aus.  Dagegen  ist  die  Produktion
von  Rohmetallcn  so  gering,  daß  die  Ausfuhr ­
  keine  nennenswerte  ist  und  der  Wert
derEinfuhr  1878  eine  Höhe  von  92,7  Mill
Mk.  erreichte.  Speciell  von  Deutschland
wurden  importiert:  Zink  für  3,4  Mill.,
Kupfer  für  2,2  Mill.,  Eisen  und  Stahl
für  6,2  Mill.  Mk.
An  Kohlen  ist  F.  sehr  reich,  wenn
man  es  auch  in  dieser  Hinsicht  nicht  mit
England,  Deutschland  und  Amerika  vergleichen ­
  kann.  Immer  aber  nehmen  die
Kohlenfelder  Frankreichs  ein  Areal  von
5000  qkm  ein,  und  sie  haben  den  Vorteil
einer  günstigen  geographischen  Verteilung.
Die  Zahl  der  Gruben  wird  zuletzt  1872
eins  310  angegeben,  davon  hatten  7  Tiesen
  von  460—630  m.  Es  standen  873
Dampfmaschinen  mit  40,824  Pferdekräftcn
  in  Verwendung,  wovon  auf  Loire
11,304,  bc  (Mais  7259,  %otb  6152
Pferdekräfte  kamen.  1860  hatte  die  Kohlen-13

            
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