Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Griechenland  (Viehzucht,  Bergbau,  Industrie).

Weizen  .  .  .  .  1194  695  Hcktol.
Mais  79254  -
Gerste  40724
Andres  Getreide  .  34000  -
int  Wert  von  20,5  Mill.  Mk.,  wovon  auf
Weizen  allein  18,9  Mill.  Mk.  entfallen.
Von  Reis  werden  jährlich  etwa  12,000
Zollcentner  erzeugt.  Von  Handelsgewächsen
  sind  namentlich  zil  nennen:  Tabak
(auch  nach  England,  Frankreich  nnd  Rußland ­
  ausgeführt),  Baumwolle  (ca.  50,000
Ctr.  jährlich,  nach  England,  Frankreich
und  Trieft  exportiert),  Krapp  von  vorzüglicher ­
  Beschaffenheit  und  Safran.  Der
Ertrag  der  ausgedehnten  Olivenhaine
wird  alif  200,000  hí  jährlich  gerechnet,
der  Export  von  Olivenöl  wertete  1875:
9,1  Mill.  Mk.  Wein  wird  in  ausgedehntem ­
  Maß  gebaut  (der  beste  auf  den
Inseln);  die  Ausfuhr,  welche  hauptsächlich ­
  nach  Rußland,  der  Türkei,  England
und  Triest  gerichtet  ist,  beträgt  jährlich
120—150,000  Ctr.  (1875  Wert  der  Ausfuhr ­
  867,825  Mk.).  Von  weit  größerer
Wichtigkeit  ist  die  Kultur  von  Korinthen, ­
  die  in  G.  allein  gebaut  werden  und
den  wichtigsten  Ausfuhrartikel  bilden.  Fast
die  ganze  Jahresproduktion  gelangt  zur
Verschiffung  (meist  nach  Großbritannien).
Die  Ernte  schwankte  in  den  letzten  Jahren
zlvischen  53  und  (1878)  99  Mill,  kg,  wovon ­
  nach  England  allein  60,8  kg  gingen;
1875  wertete  der  Export  27,3  Mill.  Mk.
Auch  die  Obstkultur  liefert  namhafte
Ausfuhren  (Feigen,  Citronen  u.  a.).
Die  Viehzucht  wird  keineswegs  in
starkem  Maß  betrieben:  es  kommen  in  G.
auf  1000  Einw.  182  Rinder,  1496  Schafe
und  117  Schweine.  Der  absolute  Viehstand ­
  war  Ende  1877  :

Pferde.  .  .  .  97176
Esel  ».Maultiere  142835
Rinder.  .  .  .  279445

Schafe.
Ziegen.
Schweine

2291917
1836663
55776

So  ist  G.  zum  sehr  erheblichen  Teil  auf
den  Import  angewiesen,  nicht  allein  von
lebenden  Tieren,  auch  von  Salzfleisch.
Die  Wolle  der  Schafe  ist  keine  besonders
gute,  dafür  ist  der  Ertrag  ein  reichlicher.
Aus  der  Schafmilch  werden  Butter  und
Käse  bereitet,  der  letztere  wird  ans  Arkadien ­
  ausgeführt.  Von  hoher  Bedeutung
ist  aber  die  S  e  id  e  n  z  u  ch  t,  welche  namentlich ­

  in  Morea  betrieben  wird.  DieErilteil
bezifferten  sich  1875  und  1876  alls  16,000
kg,  1878  nur  auf  10,000  kg;  Seide  bildet ­
  immer  einen  hervorragenden  Exportartikel. ­
  Nennenswert  sind  noch  die  Zucht
von  Blutegeln  und  die  Gewinnung  von
Badeschwämmen  bei  den  Inseln  Kalymnos
  und  Symi  (jährlich  6000  Etr.).
Die  Waldungen  sind  in  vielen  Gegenden ­
  völlig  zerstört,  doch  ist  das  Areal
(18  Proz.  des  Gesamtareals)  immer  iloch
bedeutend  genug.  Trotzdem  müssen  sehr
ansehnliche  Mengen  von  Holz  eingeführt
werden,  während  im  Export  nur  Knoppern
(Wallonen)  als  Waldprodukt  auftreten.
Der  Bergbau  Griechenlands  liegt
völlig  danieder,  und  doch  fehlt  es,  wie
man  schon  im  Altertum  wußte,  an  Eisen,
Blei  und  Kupfer  nicht.  Eisenerze  finden
sich  auf  Seriphos  in  außerordentlicher
Menge,  Braunkohle  auf  Euböa  und  in
Attika,  Steinkohle  auf  den  Jonischen
Inseln;  aber  bisher  ist  die  Gewinnung
nicht  von  Belang.  Bedeutend  ist  bis  jetzt
allein  die  Ausfuhr  von  Blei.
Industrie.  Im  Jahr  1874  bestanden
87  größere  industrielle  Etablissements,
darunter  3  Papierfabriken,  7  Eisenfabriken ­
  ,  1  Nadelfabrik,  3  Seidenwebereien,  4
Tuchfabriken,  6  Lederfabriken,  18  Baumwoll-
  nnd  Seidenspinnereien  und  36
Dampfmühlen.  Besonders  hervorzuhebende ­
  Jndustrieerzcngnisse  sind:  das  Leder
von  Syra  (Maroquin  in  roter  und  gelber
Farbe),  Fes  und  Seide  von  Athen,  Leinwand ­
  von  Syphnvö,  Seife  von  Piräeus,
Syra  nnd  Patras,  Konfitüren  von  Athen.
Von  diesen  Produkten  sind  Baumwollgarn ­
  undSeife  schon  ansehnliche  Ausfuhrartikel. ­
  Größere  Ausdehnung  hat  aber
der  Schiffbau  gewonnen.  Die  Hauptwerften ­
  befinden  sich  auf  Paros,  Hydra,
Syra  und  in  Galaridi  am  Golf  von  Lepanto.
  Jährlich  werden  ca.  2Ù0  Fahrzeuge ­
  (darunter  zuweilen  solche  von  150
bis  300  Ton.)  vom  Stapel  gelassen.
Handel.  Hauptbandelsplätze  sind:
Syra,  Piräeus  (der  Hafen  von  Athen)  und
Patras  als  Einfuhrhäfen,  Patras,  Kalamata,
  Nauplia  und  Korfu  als  Ausfuhrhäfen. ­
  Der  Wert  des  Specialhandels  war
1878  inEinfuhr  96,2  Mill.,  Ausfuhr  60,4
            
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