Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Amur  —  Aucun.

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1879  eingeführt  87,293  Ballen  (meistens
nordamcrikanischc).  Hervorragend  aber  ist
A.  alsEntrepot  fürGetreide,namentlich  für
russische,  preußische,  amerikanische  und  rumänische ­
  Provenienzen;  1878  empfing  cs:
Roggen  .  .  1072524  Hcktol.
Weizen  .  .  573152
Gerste  .  .  iv3  igo
außerdem  Weizen-  und  Roggenmehl  in
bedeutenden  Mengen,  ans  Preußen  und
Hamburg  allein  von  ersterm  61,435,  von
#tenn  28,862  (BäeTe.  1879  umtbcn  on
Getreide  und  Llsaaten  4,155,870  hl  veruressen.
  Überhaupt  nimmt  Deutschland
als  Lieferant  von  Getreide  (auch  Buchweizen) ­
  eine  hervorragende  Stelle  ein.
—  Platzg  ebränch  e.  Der  Preis  der
nteisten  Waren  versteht  sich  für  l k  kg  ;
ebenso  werden  die  meisten  mit  einem  sogen,
stillen  Ausschlag  von  1—2  Proz.  auf  daö
Gewicht  gewogen,  außerdem  gewahrt  man
cm  Gutgewicht  von  1—2  Proz.  Die  Tara-Usancen
  sind  sehr  mannigfaltig.  Die  meisten
  Waren  kaust  man  auf  3  Monate  Zeit;
ein  Rabatt  auf  den  Wert  (1—2  Proz.)  ist
bei  den  meisten  Waren  üblich.  Wechselkurse ­
  werden  notiert  auf  Antwerpen  und
Berlin  8  Tage  und  3  Monate  dato,  Augsburg, ­
  Frankfurt  a.  M.  und  Wien  6  Wochen
bato,  Bremen  u.  Bordeaur  kurze  Sicht  und
2  Monate  dato,  Hamburg  und  Paris  kurze
Sicht  sowie  2  und  3  Monate  dato,  Genna,
Livori,o,  Neapel  2  Monate  dato,  London
auf  Sicht,  kurze  Sicht,  1—3  Monate  dato,
Petersburg,  Lissabon,Porto,  Bilbao,Cadiz.
Madrid,  Sevilla  3  Monate  dato.  Wechseltage
  sind:  für  Papier  auf  London  Dienstag
und  Freitag,  für  Papier  auf  Hamburg
Montag  und  Freitag,  für  Papier  auf  andre
deutsche  Plätze  sowie  auf  Paris,  Bordeaur
und  Petersburg  Montag  und  Donnerstag.
Amur,  s.  Rußland  (Verkehrswesen).
Anam,  Kaiserreich  auf  der  Ostküste  von
Hinterindien,  das  zwei  Gebiete  umfaßt:
QKiloni.  QM.  Bewohner
Tongking  .  .  .  165200  3000  15000000
Kotschinchina  mit
Lao-Staaten.  275300  5000  6  000000
Zusammen:  440500  8000  2100000(T
Hauptstadt  von  Tongking  ist  Kescho  am
Fluife  Songka  mit  150,000  Einw.,  Hanpt-Itadt
  von  Kotschinchina  sowie  des  ganzen

Reichs:  H  u  e  ani  Siidchinesischen  Meer  mit
30—oO.OOO  Einw.  Südlich  davon  der
Hafenplatz  Turón  und  noch  südlicher  an
der  Bai  von  Turón,  die  größtenteils  von
Chinesen  bewohnte  Handels  -  lind  Hafenstadt ­
  Huch  an  (Hainan  oder  Faifo)  mit
20,000  Einw.  Das  südlich  gelegene  Kambodscha ­
  (s.  d.)  hat  A.  1858  an  Frankreich
abgetreten.  Die  Bewohner  von  A.  sind  dei,
Chinesen  im  Äußern  wie  in  der  Sprache
ähnlich.  Die  Religion  ist  meist  ein  Kultus ­
  von  Schutzgcistern;  die  Gebildeten  sind
Anhänger  des  Konfutse;  Katholiken  gibt
es  ca.  42,000  unter  6  Bischöfen.  Durch
den  mit  Frankreich  31.  Aug.  1874  geschlossenen ­
  Vertrag  ist  die  Unabhängigkeit
des  Kaisers  von  A.  von  jeder  fremden
Macht  (also  auch  von  China,  zii  welchem
ein  Lehnsverhältnis  bestand)  anerkannt
und  das  Land  unter  französischeil  Schutz
gestellt  worden.  Dafür  sind  die  Verbote
gegen  die  katholische  Religion  aufgehoben,
mehrere  Häfen  dem  auswärtigen  Handel
geöffnet  und  französische  Konsuln  mit
militärischer  Bedeckung  bis  zu  100  Mann
m  ihnen  zugelassen  worden.  Diese  Häfen
sind:  Ninhhai  für  Haiphong  mit  einem
französischen  Fort,  am  Cuacam  (einem
Mündungsarm  des  Nhiha  oder  Bodcgiang)
  dort  gelegen,  wo  daö  Wasser  für
Schiffe  von  4,5  m  Tiefgang  schiffbar  zu
werden  anfängt;  Hanoi,  am  Bodcgiang
selbst,  ist  die  Hauptstadt  von  Tongking;
Ih  in  ai  (oder  Quinhon)  ist  ein  Hafen  an
der  Küste  unter  13"  50'  nördl.  Br.  und
109°  östl.  L.  v.  Gr.  —  über  den  Handel
liegen  nur  einige  ältere  Mitteilungen  vor.
Vom  15.  Sept.  1876  bis  12.  April  1877
wurden  aus  Haiphong  für  1,070,000  Mk.
Waren  ausgeführt,  hauptsächlich  Seidenwaren,
  Rohseide,  Lack,  Zinn.  Droguen,
Baumwolle,  Champignons,  Anisöl;  eingeführt
  wurden:  Baumwollgarne,  Schuhwerk, ­
  Eisen,  Porzellan  und  Töpferwaren,
Spiegel,  Perlmutter,  Opiiun,  Papier,
Kartoffeln,  Pfeffer,  Petroleum,  Kurzwaren, ­
  Farbstoffe,  Thee,  Wein  und
Spirituosen.  Ein  Warenverkehr  sindet
bis  jetzt  nur  mit  China  statt.  Der  auswärtige ­
  Handel  ist  in  den  Häudeir  der
Chinesen;  die  Anamitcn  beteiligen  sich
wenig  daran,  und  auch  die  Kleinhändler
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