Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Österreich  -  Ungarn  (Bergbau).

I>.  Bergbau.
Au  Mannigfaltigkeit  der  Erze  und  andrer ­
  Mineralien  übertrifft  die  Monarchie
bielleicht  alle  übrigen  europäischen  Staaten, ­
  doch  sind  die  Lagerstätten  in  vcrhältņismästig
  geringem  Maß  benutzt.  Ohne
Rücksicht  auf  den  Ertrag  nutzbarer  Steine
und  Erdarteu  mag  man  den  Geldwert  der
Montanprodukte  auf  mehr  als  240  Mill.
Mk.  jährlich  veranschlagen,  wovon  auf
huttenmaßig  verarbeitete  Erze  86  Mist.,
gala  68  9WU.,  4(i  Wiß.,
Braunkohlen  40  Mill.Mk.  entfallen.  Am
reichsteil  sind  Ungarn  mit  51,6  Mill.,  Böhmen ­
  mit  51  Mill.,  Galizien  mit  27  Mill.,
Siebenbürgen  mit  20,6  Mill.,  Oberösterreich ­
  mit  1  2,«Mill.,  Mähren  mit  12,4  Mill.
Mk.  Produktionswert,  danach  Kärnten,
Kram,  Tirol,  Salzburg  u.  a.  Inl  Bergund
  Hüttenbetrieb  waren  1876  beschäftigt: ­
  iil  Österreich  91,056,  in  Ungarn
±4,917,  zusammen  135,834  Personen.
Gold  und  Silber  liefern  hauptsächllch
  Siebenbürgen  und  Ungarn,  Silber
bor  allem  Böhnlen.  Nach  Soetbeer  wurden ­
  von  1493-1875  gefördert:  7,770,135
%  Gilbet  im  Bert  bon  1398,c  Wiü.  ^f.
und  460,650  kg  Gold  int  Wert  von
4285,2  Mill.  Mk.  In  den  letzten  Jahren
Zeigte  sich  eine  stete  Zunahme  derSilberausbeute
  in  Böhmen,  aber  auch  die  Golderträge
habe»  zugenommen.  Die  Gewinnung  Voll
Gold  betrug  (in  Kilogrammen):
Österreich  Ungarn  Zusammen
1870:  13,6  1890,0  1903,6
1877:  8,7  1704,7  1713,4
1878:  10,9  1807,2  1824,l
1879  stieg  der  Goldertrag  Österreichs  auf
17  kg.  Die  Silbererträge,  welche  früher ­
  mehr  aus  Ungarn  kamen,  lvcrdcn  jetzt
vorzugsweise  von  Österreich  geliefert.  1871
stammten  von  einem  Gesamtertrag  von
'46,468,5  kg  Silber  aus  Österreich  16,341
kg,  ausUngarn20,l27,5kg.  Jetzt  hat  sich
das  Verhältnis  umgekehrt.  Es  kamen  ans  :
Österreich  Ungarn  Zusammen
1876:  25166,0  22784,4  47950,4
1877:  27168,9  20506,4  47675,3
1878  :  29090,5  19571,1  48661,0
4879  war  Österreichs  Silbergewinnnng
stuf  29,534,7  kg  gewachsen.  Während  Einfuhr ­
  und  Ausfuhr  von  Gold  1879  und

1880  ziemlich  konstant  blieben,  die  erste
mit  ca.  42,5  Mill.,  die  zweite  mit  6,5  Mill.
Mk.,  fiel  bei  Silber  die  erste  von  82,7  Mill,
auf  13,9  Mill.  Mk.,  während  die  zweite
von  9,9  Mill.  auf  30,7  Mill.  Mk.  stieg.
Mit  guten  E  i  f  c  n  e  r  z  e  n  ist  Ö.  reich  bedacht, ­
  sie  finden  sich  in  den  Alpenländern
(von  vorzüglicher  Güte  in  Steiermark),
in  den  Sudeten  und  Karpathen.  Die  Gesamtförderung ­
  erreichte  1873  ihren  Höhepunkt ­
  mit  1,588,256  Ton.  im  Wert  von
13,099,888  Mk.,  sank  aber  von  da  ab  und
betrug  1879  nur  628,246  T.  Früher
führte  Österreich  beträchtliche  Mengen  von
Erzen  ein,  1872  noch  15,675  T.;  jetzt  übersteigt ­
  die  Ausfuhr  (1866  erst  22  T.)  die
Einfuhr  sehr  ansehnlich.  1880  wurden
Eisenerze  eingeführt  259,094  Ctr.,  aus-Q#)rt
  508,322  Gtr.
Kupfererze  liefert  hauptsächlich  Ungarn ­
  ,  in  geringerm  Maß  Tirol,  Steiermark, ­
  Kram;  Zinn  Böhmen  ;  Zink  Galizien, ­
  Krain,  Kroatien;  Schwefel  Kroatien,
Galizien,  Böhmen;  Graphit  Böhmen,
Steiermark,  Mähren  und  Nicderösterreich  ;
andre  Produkte  sind:  Antimon,  Schwefelerz, ­
  Alaun,  Vitriolschiefcr,  Asphalt,  Petroleum ­
  in  Galizien,  doch  werden  die  dortigen ­
  reichen  Erdölquellcn  noch  sehr  wenig
ausgebeutet  und  dorthin  sogar  moldauisches ­
  und  walachisches  Petroleum  importiert. ­
  Österreich  (ohne  llngaru)  produzierte ­
  1879  aus  seinen  Werken:  86,795
Ctr.  Schwefelerz,  1,171,249  Ctr.  Alaun
und  Vitriolschiefer,  34,337  Ctr.  Braunstein, ­
  114,909  Ctr.  Graphit,  wobei  die
Heiden  ersten  Posten  eine  Zunahme,  die
letzten  eine  Abnahme  gegen  das  Vorjahr
zeigen.  Der  Handel  mit  den  wichtigsten
Produkten  gestaltete  sich  1880  (in  metrischeu
  (Initiiern):  ^mstch,  »Ģ
Bleierz  372  24728
Zinkerz  201  21985
Aïobsllt  und  Nickelerze  175  2326
Graphit  3356  84171
Mineralöle  .  .  .  .1148506  10113
Auch  die  Steinbrüche  liefern  bedeutende
Erportmengen  von  Kalk,  Gips,  Schiefer,
Marmor  und  andern  Steinen  sowie  Erden ­
  zum  technischen  Gebrauch.
Die  Koh  len  Produktion  Österreichs  ist
            
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