Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Österreich-Ungarn  (Industrie).

m  Maschinen  und  Werkzeugen  zu  sagen,
obschon  hier  int  allgemeinen  die  Einfuhr
eine  stärkere  ist,  so  bei  landwirtschaftlichen
und  andern  Maschinen  aus  Holz  und  Eisen,
Lokomobilen.  Ganz  besonders  stark  aber
tritt  die  Kurzwarenindustrie  im  Export
auf.  Der  Mehrerport  von  Gold-  und
Silbergespinsten,  sonstigen  Gold-  und
Silbcrarbeiten,  Waren  aus  Bernstein,
Schildpatt  rc.  und  andern  feinen  kurzen
Waren  überstieg  1879:  550,000  kg.
Die  Fabrikation  keramischer  Produkte ­
  hat  sich  in  den  letzten  Decentsten
zu  bedeutender  Höhe  emporgeschwungen,
namentlich  befindet  sich  aber  diePorzellanund
  Glasindustrie  auf  einer  sehr  hohen
Stufe.  Die  Porzellanmannfaktur
beschränkt  sich  ausschließlich  auf  Böhmen,
wo  1877:  25  große  Fabriken  in  Thätigkeit
standen,  während  Ungarn  nur  2  auszuweisen ­
  hatte.  In  Nordböhmen  ist  die  Erzeugung ­
  von  Siderolithwarcn  von  Wichtigkeit. ­
  In  der  Umgegend  von  Wien  u.  a.  O.
hat  die  Ziegelfabrikation  kolossale  Dimensionen ­
  angenommen.  1880  wurden  (in
metrischen  Centnern)
eingeführt  ausgeführt
Ziegel  419141  273324
Gemeine  Thouwaren  .  15357  48825
Siderolithwareu  ...  27  1157
Feine  Öfen  und  Kacheln  4491  223
Thonwaren  5784  17  722
Porzellan  2117  20098
In  der  Glasfabrikation  steht  Ö.
auf  der  höchsten  Stufe;  1877  zählte  man
288  Etablissements,  davon  61  in  Ungarn. ­
  Von  den  227  zu  Österreich  gehörigen ­
  entfallen  wieder  152  auf  Böhmen.
Den  Glanzpunkt  der  böhmischen  Glasindustrie ­
  bildet  aber  die  Erzeugung  von
Krystallglas;  von  sehr  großer  Bedeutung
ist  auch  die  Glaskurzwarenindustrie,  welche
mindestens  10,000  Arbeiter  beschäftigt.
Ungarn  liefert  meist  nur  ordinäres  Glas
für  den  Export  nach  der  Türkei  und  den
Donaufürstentümern,  während  die  österreichische, ­
  speciell  die  böhmische,  Industrie
ihre  Erzeugnisse  über  die  ganze  Welt  versendet. ­
  Die  Bedeutung  dieses  Erwcrbszweigs
  werden  am  besten  nachstehende  für
1880  geltende  Ziffern  illustrieren.  Es  betrug ­
  (m  metrischen  Centnern)  :

Einfuhr  Ausfuhr
Hohlglas  18041  150429
Spiegelglas,  roh.  .  .  .  1091  28815
GlaSbehange  rc.  .  .  .  .  2  192  20  640
Glas,  weiß  und  farbig  .  2320  67943
Glas-  und  Emailware»  .  626  30441
Holzwaren  bilden  ein  beachtenswertes ­
  Objekt  der  industriellen  Thätigkeit, ­
  namentlich  in  Wien.  Ein  wichtiger
Exportartikel  sind  Möbel  aus  gebogenem
Holz,  namentlich  in  Mähren  in  zwei  großen
Fabriken  angefertigt.  Die  Verfertigung
von  Schnitzwaren  beschäftigt  eine  weit
verbreitete  Hausindustrie.  Bei  den  feinsten ­
  Holzwaareu,  mit  Ausnahme  von
Knöpfen,  überwiegt  indessen  die  Einfuhr.
1880-war  (in  metrischen  Centnern):
Einfuhr  Ausfuhr
Holzwaren,  gemeinste  .  .138688  178636
Fourniere.  2340  9638
Parkette  270  11787
Möbel  aus  gebogenem  Holz  123  2004
Andre  feine  Holzwaren.  .  5153  106227
Die  es)eintfd)e  Industrie  steht  der  andrer ­
  Staaten,  zumal  Deutschlands,  nach;,
doch  tritt  sie  fabrikmäßig  in  Böhmen,
Niederösterreich,  Schlesien  u.  a.  O.  auf.
Schwefel-  und  Salzsäure  werden  ausgeführt, ­
  dagegen  wird  Soda,  besonders
englische,  in  bedeutender  Menge  (1880:
148,626  Ctr.)  importiert.  Überhaupt
überwiegt  bei  fast  allen  Posten  die  Einfuhr
erheblich;  nur  Zündhölzchen  werden,  namentlich ­
  in  Böhmen  und  Nicderösterreich,
in  solchen  Mengen  hergestellt,  daß  ein  Export ­
  nach  allen  Weltgegendeu  stattfindet.
In  bescheidenerm  Maß  erscheint  die  Lichtefabrikation ­
  auf  dem  Weltmarkt.  1880
wurden  (in  metrischen  Centnern)
eingeführt  ausgeführt
Zündwaren,  gemeine  .  8418  48322
Kerzen  1908  4  580
Die  Bierbrauerei  steht  auf  sehr  hoher
Stufe.  Die  Produktion  stieg  von  7,718,243
hl  in  1867  auf  12,176,875  hl  in  1876.
Dabei  hat  freilich  die  Zahl  der  Brauereien ­
  abgenommen,  in  demselben  Zeitraum ­
  von  2935  auf  2449,  iveil  dieser  Industriezweig ­
  mehr  und  mehr  Domäne  deö
Großbetriebs  wird.  Von  den  2449  Etablissements ­
  entfallen  2249  auf  Österreich, ­
  200  auf  Ungarn,  und  von  der
            
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