Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Rumänien  (Areal,  Bevölkerung,  Urproduktion).

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bezirk  Arnsberg  entspringt  und  bei  Ruhrort ­
  mündet.  Die  R.  wird  in  ihrer  letzten ­
  Hälfte  über  32  m  breit  und  ist  auf
eine  Strecke  von  80  km  für  Schisse  von
600—800  Ctr.  fahrbar.
Rumänien,  konstitutionelles  und  erbliches ­
  Königreich  (seit  März  1881),  früher ­
  Tributärstaat  der  Türkei,  seit  Mai
1877  unabhängig  voir  derselberr  und  im
Berliner  Kongreß  1878  alö  selbständig  anerkannt. ­
  Es  besteht  arrs  den  beiden  Fürstentümern ­
  Moldau  uird  Walachei  und
dcrDobrndscha,  welche  R.  für  den  an  Rußland ­
  wieder  zurückgegebenen  Teil  von
Bessarabien  (deir  Rußland  1857  abtreten
mußte)  erhielt.  Der  Flächeninhalt  beträgt
leßt  129,947  qkm  (2360  QM.).  Bei  der
ersten  rrnd  einzigen  Volkszählung  (1859—
i860)  zählte  man  4,424,961  Einw.,  heute
schätzt  nrair  die  Zahl  auf  5,376,000,  wovon
4,:r  Mill.  Rilmänen,  nächstdem  400,000
Juden,  200,000Zigeuner,  85,000  Slawen,
39.000  Deutsche,  29,500  Magyaren,  8000
Armenier,  5ÒÓ0  Griechen  rc.,  zusammen
770.000  Nicht-Rumänen.  Die  Mehrzahl
der  Bevölkerung,  ca.  4,529,000,  bekennt
şich  zur  griechischen  Kirche;  demnächst  gibt
es  Israeliten  400,000,Römisch-Katholische
114,200,  Protestanten  13,800,  Armenier
8000,  Mohamnredancr  2000  u.  a.  m.
Urproduktion.  Der  Ackerbau  ist
die  Hauptbeschäftigung  der  Bewohner,
von  denen  mehr  als  drei  Viertel  zur  Klasse
der  Bauern  gehören.  Der  Boden  ist  sehr
fruchtbar,  die  Bodenbearbeitung  aber  eine
sehr  rohe.  Nach  Prozenten  kommen  auf:
Acker-,  Garten-  und  Weinland  20,4  Pro;.
Wiesen  und  Weiden  ....  31,7
Waldungen  16,8  -
Unproduktive  Fläche  ....  31,s
Unter  den  Kulturen  figuriert  in  erster  Linie
Mais,  dasHauptnahrnngSmittel  des  Land-Manns;
  nebst  Weizen  und  Gerste  ist  derselbe ­
  der  wichtigste  Exportartikel.  Die  Kartofselkultur
  ist  beschränkt.  Die  Ernte  war
1876:  40  Mill,  hl,  davon  Mais  22,d,
Weizen  7,5,  Gerste  6,4,  Hafer  1,4,  Roggen
1  Mill.  hl.  Die  Ausfuhr,  welche  ihren
Weg  meist  über  Braila  und  Galatz,  weniger
über  Galatz,  aber  auch  in  bedeutendem
Maß  stromaufwärts  nimmt,  betrug  1876:
129,9  Mill.  Mk.,  siel  infolge  deS  Kriegs
Handelsgeographie.

1877  auf  64,3  Mill.  Mk.,  betrug  aber  1878  -
129,9,1879:146,r,  Mill.  Mk.,  davon  1879
nach  Deutschland  für  l,i  Mill.  Mk.  Von
der  1878er  Ausfuhr  entfallen  auf  die  einzelnen ­
  Getreidearten  folgende  Summen:

Weizen
Mais
Gerste

52.9
45.9
18,1

Roggen
Andres
Zusammen:  129,9

10,i
2,9

Die  Ausfuhr  von  Getreide  macht  von  der
Gesamtausfuhr  ca.  73  Proz.  aus,  tvovon
31,9  Pro;,  auf  die  Türkei,  27,a  Proz.  ans
England,  22,8  Proz.  auf  Frankreich,  7,2
Proz.  auf  Österreich-Ungarn,10,9  Proz.  auf
andre  Staaten  entfallen.  Auf  dem  englischen ­
  Markt  ist  aber  das  rumänische  Getreide ­
  wegen  seiner  Unreinheit  infolge  des
Ansdreschens  auf  Tennen  durch  Pferde
nicht  mehr  so  gesucht  wie  früher.  An  dem
Gcsamtimport  Englands  von  Weizen,
Mais,  Gerste  nahm  R.  1868—70  mit  4,
1876  nur  mit  1  Proz.  teil.  Die  Ausfuhr
von  Hafer,  Hirse,  Bohnen  und  Leinsaat
ist  nicht  bedeutend.  Die  jährliche  Produktion ­
  von  Flachs  und  Hanf  erreicht  50,000
Ctr.  Sehr  verbreitet  ist  dagegen  der  Anbau ­
  von  Raps,  und  der  voii  Tabak  ist  besonders ­
  ausgedehnt  im  Distrikt  Jlfov,
nächstdem  in  Vlasca  und  Teleorman;  1876
ergab  dieseKnltnreineErntc  von  2,072,158
kg.  Weinbau  wird  namentlich  am  Fuß
der  Karpathen  getrieben,  und  man  berechnet
die  durchschnittliche  Jahresproduktion  auf
1  Mill.  lil.  Der  Viehstand  ist  im  Verhältnis ­
  zur  Bevölkerung  ein  recht  ansehnlicher ­
  ;  auf  1000  Einw.  kommen  110  Pferde,
409Ninder,1064Schafeu»dl86Schwei»e.
Nach  der  Zählung  von  1866  gab  eö:
Pferde  .  506104  |  Schafe  .  4824900
Rinder  .  2750568  ş  Schweine.  1088737
Daher  ist  dcrViehexport  ein  sehr  bedeutender, ­
  derselbe  wertete  1879:15,8  Mill.  Akk.
gegen  eine  Einfuhr  von  6,4  Mill.  Mk.;  dazu
kommen  tierische  Nahrungsmittel  mit
einer  Einfuhr  von  2,i,  einer  Ausfuhr  von
3,8  Mill.  Mk.—DerMineralreichtum
wird  bisher  wenig  benutzt,  doch  enthält  der
Boden  Silber,  Blei,  Eisen,  Kupfer,  auch
Steinkohle.  Gewonnen  werden  nur  Salz
und  Petroleum;  beide  werden  auch  ausgeführt, ­
  1875  von  dem  ersten  für3,4Mill.
Mk.  Petroleum  findet  man  im  nordöst-27

            
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