Full text : Lexikon der Handelsgeographie

430

Russisches  Reich  (Bergbau:  Gold,  Silber,  Blei,  Eisen).

Der  Export  besteht  fast  ausschließlich
in  Kaviar  und  Fischleim;  von  Kaviar
wird  jährlich  für  3,2  Mill.  Mk.  ausgeführt, ­
  Fischleim  (Hansenblase)  nimmt
seinen  Weg  ausschließlich  über  Petersburg; ­
  1878  wurden  81,744  kg  exportiert
und  zwar  von  Stör  47,730  kg,  von
Wels  34,014  kg.
K.  Bergbau.
Da«  russische  Reich  besitzt  einen  außerordentlichen ­
  Reichtum  an  Mineralien,
doch  kaun  die  Produktion  den  Bedarf  nicht
befriedigen.  Dem  inländischen  Verbrauch
liefert  sie  von  Eisen  69,  von  Stahl  und
Stahlschienen  45,  Kupfer  27,  Zink  49,
Kohlen  58,  Salz  82,  Petroleum  73,  Schwefel ­
  6  Proz.  In  allen  Gruben  und  Hütten,
ausschließlich  der  Salinen,  waren  1879:
282,319  Arbeiter  beschäftigt.  Ohne  die
Goldschmelzeil  arbeiteten  in  den  Hütten
971  Maschinen  mit  64,364  Pferdckräften.
1)  Gold,  Silber  und  Blei.  Gold
wird  namentlich  in  den  Gouvernements
Jaklltök,  Jeilisseiök  und  Irkutsk,  sodann
in  TranSbaikalien,  Perm,  Amur,  Orenburg, ­
  Tomsk  u.  a.  gefuilden.  Die  Gesamtproduktion ­
  alles  Goldes  von  1741—
1875  beträgt  nach  Soetbeer  1,033,655  kg
im  wn  2,883,897,450  m.
cieli  1879  war  die  Ausbeute  42,181  kg.
Während  die  Goldproduktion  zugenommen ­
  hat,  zeigt  Silber  einen  Rückgang.
Mit  Blei  wird  es  in  24  Grilben,  vornehmlich ­
  in  Tomsk,  dann  auch  in  Transbaikalien
  und  im  Terekgebiet,  gewonnen,
uildzwar  lieferten  1879  die  7  Silberhütten
(5  in  Tomsk)  mit  111  Öfen  11,464  kg
Silber  und  1,398,608  kg  Blei.  Der  Ertrag ­
  von  Silber  ist  aber  gegen  frühere
Jahre  enorm  gesunken,  ebenso  der  Wert;
mail  gewann  Äiro(ļïi  ä0ci . t  ju  TOnr!
1821—30  :  232600  4187000
1871—75:  57480  2060000
Die  Gesamtproduktion  alles  Silbers  von
1741  ■—  1875  beträgt  nach  Soetbeer
2,428,940  kg,  %  437,209,200
Das  gewonnene  Edelmetall  wandert  zum
bei  weitem  größten  Teil  in  die  Münzen
bes  Landes,  um  vou  dort  ins  Ausland
ì'oÄìckt  zu  werden.  Geprägt  wurden
18:8:  34,582,048  Rubel  in  Gold  und

16,361,263  Rubel  in  Silber.  Voit  1700—
1878  wurden  geprägt  und  in  Umícntf  gesetzt: ­
  Goldmünzen  877,629,348  Rubel,
Silbermünzen  498,981,263  Rubel,  dazu
1828—45  noch  4,250,000  Rubel  in  Platin, ­
  das  man  im  nördlichen  Perm,  teilweise ­
  im  Goldsand,  findet;  diese  Münzen
sind  indes  jetzt  fast  alle  eingezogen.
Der  Handel  mit  Blei  zeigt  eine  beträchtliche ­
  und  ziemlich  konstante  Einfuhrmenge,
  die  sich  1879  auf  19  Mill,  kg
belief;  nach  Petersburg  gelangen  zwei
Drittel  des  ganzen  Imports.  Der  Zoll
für  Blei  ist  l),oo  Mk.  pro  100  kg.
2)  Eisenerze  sind  außerordentlich  weit
verbreitet;  am  reichsten  ist  aber  Perm,
das  dieHälfte  allerProdukte  liefert.  1876
wurden  aus  1311  Gruben  1011,9  Mill,
kg  Erze  gefördert;  151  Schmelzöfen,  254
Hohöfen,  681  Stahlöfen  lieferten  1879
(in  Millionen  Kilogramm)  :
Roheisen  .  .  .  416,s  Stahl  88,a
Eisen  in  Banen,  Stahlschienen  .  .  55,4
Stangen,Blcch-c.  272,a  Eisenwaren.  .  .  53,i
Durch  den  schwierigen  Verkehr  ist  Eisen  in
Rußland  teurer  als  in  irgend  einem  andern ­
  Land.  Rach  1875  stand  Eisen  in  Polen
doppelt  so  hoch  als  in  Deutschland  un  d  England; ­
  im  Innern,  z.  B.  in  Tula,  sind  die
Preise  noch  viel  höher.  Natürlich  trägt  dazu
auch  der  hohe  Zoll  bei.  Derselbe  ist  jetzt  für
100  kg»  (in  Mark):  bei  Gußeisen  0,so,
Sorteneiscn  6,94,  Eisenblech  9,91,  Schieneneisen ­
  3,76,  Schmiedearbeit  19,82,  Stahl
15,86,  Schlosscrarbeit  49—89  Mk.  Trotzdem ­
  bezieht  Rußland  das  Roheisen  zumeist ­
  vom  Ausland,  5  der  bedeutendsten
Fabriken  für  Schienen  (2  je  in  Petersburg ­
  und  Warschau,  1  in  Berdjanök)  ausschließlich. ­
  Die  Einfuhr  betrug  1879
399,6  Mill,  kg,  nämlich:
Gußeisen  .  .  185,3  I  Schienencisen  .  2,8
Sorteneisen  .  98,4  Besseincrschic-Eisenblcch.
  .  30,3  |  neu.  .  .  .  73,8
Im  Vorjahr  war  die  Einfuhr  von  Schienencisen ­
  und  Bessemerschienen  doppelt  so
hoch  gewesen.  Eine  in  neuester  Zeit  eingesetzte ­
  Kommission  zur  Reform  der  Eisenund
  Maschinenzölle  hat  übrigens  der  Regierung ­
  vorgeschlagen,  die  Einfuhr  von
Roheisen  für  zollfrei  zu  erklären.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.