Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Serbien. 
Mill. Ill Weizen, 1 Mill, hl Gerste, außer 
dem Roggen, Hafer re., im ganzen auf 
5,040,000 hl. Der Handel mit Getreide 
bewegt sich einesteils die Donau abwärts 
zur Ausfuhr über die Sulinamüuduug, 
zum größer» Teil aber den Stronl auf 
wärts. Der gesamte Umsatz ist nicht be 
deutend, 1875 wurde für 900,000 Mt. 
ein- und für 2,890,000 Mk. ausgeführt. 
Vou der Ausfuhr bestehen 2 /s in Weizen, 
Vs in Mais. Hans und Tabak werden in 
allen Kreisen des Landes gebaut. 
Me Viehzucht ist eine außerordentlich 
starke. Nach der letzten Zählung von 1866 
gab es: 122,985 Pferde, 741,425 Rinder, 
2,677,319 Schafe, 1,291,164 Schweine. 
Es kommen deimlach hier auf 1000 Bewoh 
ner 609 Rinder, 2201 Schafe und 1062 
Schweine, eine außerordentlich hohe und 
weit über die Bedürfnisse der Bevölkerung 
hinausgehende Zahl, die denn auch einen 
lebhaften Handel mit Vieh zur Folge ge 
habt hat. Es wurden 1877 
eingeführt ausgeführt 
Rinder 3495 24536 
Schafe und Ziegen. 11301 70866 
Schweine .... 1209 374092 
Der Wert der Ausfuhr von Schlacht-und 
Zllchtvieh wird für 1875 auf 18,047,000 
Mk. berechnet, während die Einfilhr sich 
aus 554,000SOW. bezifferte. Dazu noch ein 
ansehnlicher Export von Schaf- und Zie 
genfellen (1875: 1,117,134 Stück). Der 
Biehhaildel bildet bei weitem die wichtigste 
Einnahmequelle des Landes. 
Die industrielle Thätigkeit des 
Landes ist eine sehr unbedeutende; die Re 
gierung beabsichtigt, dieselbe durch Er 
höhung der Einfuhrzölle imb durch Er 
teilung von Privilegien zu heben; so wurde 
1879 einer Gesellschaft in Belgrad ein 
solches zur Anfertigung von Zündhölz 
chen verliehen. 
Der Handel ist fast ausschließlich in 
serbischen Händen; Kommissionsgeschäfte 
und Agenturen haben Deiltsche und Ju- 
deil. Hauptstapelplatz für den auswärti 
gen Handel ist Belgrad; ansehnliche Han 
delsplätze sind: Schabatz, Semendria und 
Poscharewatz. Der Handelsverkehr wertete 
Mk. Der Wert des gesamten Durch 
fuhr!) an dels wird für 1874 auf 
5,974,898 Mk. angegeben, wovon der 
größte Teil auf den österreichisch-türkischen 
Handel entfällt. Der Umsatz mit dem 
Ausland verteilte sich 1874 auf folgende 
Länder (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Österreich-Ungarn . . 19,8 23,9 
Rumänien 1,4 0,8 
Türkei 4,2 4,i 
Zusammen: 25,4 28,3 
Bei der Einfuhr nehmen Manufatte und 
Kolonialwaren die erste Stelle ein, bei der 
Ausfuhr vornehmlich Vieh, Getreide, Ge 
tränke. Allster Österreich-Ungarn beteili 
gen sich au der Einfuhr noch: Deutschland 
mit 4,640,000 Mk. jährlich (hauptsächlich 
Mannfakturwaren, Kurzwaren, Leder, 
Eisenwaren und Quincaillerie, Kupfer- 
waren, Häute, Gold- und Silbergespiuste, 
Salz), England mit 4,700,000 Mk. 
(Garne, Americans »ab andre Webwa- 
reu), die Schweiz mit 800,000 Mk. (ge 
webte Stoffe) und Frankreich mit 320,000 
Mk. (Kurzwaren, Nouvcauteeö re.). 
An Verkehrswegen besitztS. außer 
Donau, Save und Trina gute Straßen, 
aber keine Eisenbahnen. Zu der nach den 
Bcstimmuilgell des Berliner Kongresses 
in drei Jahren auszuführenden' Linie 
Belgrad-Nisch sind die Vorarbeiten im 
Gang. Inzwischen kommt ein großer Teil 
derEiusllhr, namentlich die englische, über 
Saloniki, wohin auch eine Dampferlinie 
von Hamburg aus eingerichtet wurde. 
Auch beabsichtigen englische Kapitalisten, 
die Linie Nisch-Vranja-ÜSküb zu bauen 
und so die Verbiuduilg Serbiens mit Sa 
loniki vollkommener herzustellen. — Die 
Postanstalten (1875: 54 an Zahl) be 
förderten 1875: Privatbricfe 710,064, 
amtliche Briefe und Pakete 575,821, erst, 
die Zeitungen. Die Einnahmen waren 
199,391, Ausgaben 401,039 Mk.,—Die 
Telegraphenlinien hatten 1874 eine 
Länge von 1461 km, Länge der Drähte 
2146 km, Zahl der Stationen 37 (1879: 
60). ES wilrdcn 1874 befördert: 95,002 
interne, 56,880 internationale, 13,374 
Dienstdepeschen, zusammen 165,256 De 
peschen. — Ein Bernfskonsnlat (Ge-
	        
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