Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Schweiz  (Verkehr,  Finanzen,  Kreditwesen).

Staaten  ;  im  Durchschnitt  der  Jahre  1864
bis  1878  betrug  der  Export  dorthin  45,2
Mül.  Mt.  ;  1878  hatte  er  nicht  ganz  48,7
Mill.  Mk.  betragen,  stieg  aber  1879  auf
55,o  Mill.  Mk.  Die  Hauptposten  waren
im  letzten  Jahr:  Seide  und  Seidenwaren
29,9  Mill.  Mk.,  Stickereien  15,i  Mill.
Mk.,  Uhren  und  Uhrenbestandteile  4,2
Mill.  Mk.,  nächstdenl  Stroh-  und  Roßhaargeflechte,
  Käse,  Baunlwoll-  und  Wollgewcbe,
  Leder,  Musikdosen  re.
Konsulate  unterhält  Deutschland  in:
Basel,  Genf  und  Zürich.
IV.  Verkehrswesen.

Die  Alpenstraßen  bilden  die  großen
Verkehrsadern  zwischen  Nord-  und  Südeuropa ­
  schon  seit  alten  Zeiten  (vgl.  Alpe ­
  nstr  aß  en).  —  Die  Flüsse  sind  für
den  Verkehr  von  wenig  Bedeutung,  die
großen  SchweizerSeen  werden  aber  sämtlich ­
  mit  Dampfern  befahren.  Zuerst  begann ­
  1823  die  Dampfschiffahrt  auf  dem
Genfer  See,  dann  folgte  1824  der  Bodensee, ­
  1826  der  Lago  Maggiore,  1827  der
Neuenburger  See.  Eine  neue  Periode
brachte  die  Dampfschiffahrt  dem  Züricher,
Vierwaldstätter,  Thuner  und  Murtensee
(1835)  sowie  dem  Brienzer  See  (1839);
zuletzt  kamen  der  Zuger  See  (1852),  LuganerSee
  (1856),  Lac  des  Brenets(1875)
uub  der  Vieler  See.  Gegenwärtig  werden ­
  sämtliche  Seen  von  113  Dampfern
befahren,  darunter  2  Trajektschiffc  auf
dem  Bodensee.  (Näheres  s.  unter  den  einzelneir
  Artikeln.)
Die  Eisenbahnen  hatten  1.  Jan.
1881  eine  Länge  von  2542  km,  davon
2479  km  Normal-  und  63  km  Specialbahnen. ­
  1880  war  die  Einnahme
von  Reisenden  20,5  Mill.,  Gütern  23,5
Mill.,  zusammen  44  Mill.  Mk.  —  Die
Post  beförderte  1879  in  800  Büreaus
und  2019  Ablagen:  71,746,881  Briefsendungen, ­
  49,324,278  Schweizer  Zeitungen ­
  im  Innern  der  S.,  3,034,859  ans
Deutschland  und  Österreich  eingegangen,
21,645,319  Druckschriften,  Warenmuster ­
  X.  und  Zeitschriften  aus  dein  übrigen
  Ausland,  845,117  Reisende.  Ein-.BWL,
  9(u#kn  10,4
)xa?;  "H'  ~  elegraphen  hatten
loo  )  folgende  Längen:  Staatstelcgra-Phen

  6563  km  Linien  mit  16,058  km
Drähten.  Staatsstationen  1005,  Bahnstationen ­
  103,  Zahl  der  Apparate  1478,  Personale ­
  1583.  Befördert  wurden  2,842,340
Telegramme,  darunter  1,751,018  interne
und  753,887  internationale.  Die  Einnahmen ­
  beliefen  sich  1880  ans  1,8  Mill.,
die  Ausgaben  auf  1,5  Mill.  Mk.

Staatshaushalt.  Der  Bund  erhebt
an  indirekten  Steuern  nur  Zölle;  andre
Steuern,  beinahe  12  Mill.  Mk.,  werden
in  den  einzelnen  Kantonen  erhoben,  wodurch ­
  sich  die  Last  der  indirekten  Stenern
pro  Kopf  auf  7,8  Mk.  (1876  noch  10  Mk.)
erhöht.  Das  Budget  für  1881  stellte  die
Einnahmen  auf  36,390,800  Mk.,  die  Ausgaben ­
  auf  36,648,400  Mk.  Die  Hauptposten
  der  Einnahmen  waren  Zölle  12.4,
Post  12,3  Mill.  Mk.;  bei  den  Ausgaben ­
  Militär  12,3  Mill.  Mk.  —  Die
Staatsschuld  belief  sich  Ende  1879
M  bäum  23,5  WM.
Mk.  Staatsanleihen.  Dieser  Schuld  steht
aber  ein  Bundesvermögen  von  34,g  Mill.
Mk.  gegenüber.  Neben  der  BundeSschnld
  gab  eS  noch  202,2  Mill.  Mk.  kantonale ­
  Anleihen,  denen  aber  ein  Kantonalvermögen ­
  von  364,9  Mill.  Mk.  gegenübersteht. ­
  Der  Überschuß  der  Aktiva  bei  der
Bundeöschuld  hat  sich  seit  1860  um  mehr
als  13  Mill.  Mk.  vermindert.  Der  Vermögensstand
  des  Bundes  imb  der  Kantone ­
  ist  demnach  (in  Millionen  Mark):

Kantone  .  .  364,9  202,2  162,7
Der  Bund  .  34,9  25,8  9,i
Zusammen:  399,8  228,0  171,8
Kreditwesen.  1878  besaß  die  S.  34
Zettelbanken  mit  einem  eingezahlten  Kapital ­
  von  84,6  Mill.  Mk.,  10  größere  Kreditanstalten ­
  und  10  Hypothekenbanken,
zusammen  54  Bank-  und  Kreditinstitute
mit  einem  Aktienkapital  von  72  Mill.
Mk.  Das  größte  Aktienkapital  besitzen  die
Eidgenössische  Bank  in  Bern  und  dieZüricher
  Kantonalbank  mit  je  9,6  Mill.  Mk.
und  die  Kantonalbank  von  Bern  mit  6,4
Mill.  Mk.  Die  Notenausgabe  aller  Banken ­
  belief  sich  Anfang  1878  auf  84,0  Mill.
            
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