Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Vereinigte  Staaten  (Bergbau:  Eisen,  Eisen-  und  Stahlindustrie).  517

323,8  Mill.,  1876  nur  noch  170,5  Mill.,
und  1880  hatte  sich  das  Verhältnis  gewendet, ­
  und  ein  Importüberschuß  von
284,2  SRiü.m.  pellte  ßd)  I)erau&  ben
vier  letzten  Jahren  war  (in  Mill.  Mark)  :

Jahr

1877
1878
1879
1880

Einfuhr

171,4
125,2
85,3
390,6

Ausfuhr

235.0
141,5
105.0
100,4

Davon  eigne
Produktion

181,o
113,4
73,o
73,7

Die  Abnahme  der  Ausfuhr  hängt  mit  der
Aufnahme  der  Barzahlungen  zusammen.
Eise  ii.  Fast  in  allen  Staaten  der
Union  sind  Eisenerze  zu  finden;  doch  sind
dieselben  von  sehr  verschiedener  Qualität, ­
  und  obschon  sie  fast  sämtlich  einen
hoben  Eisengehalt  besitzen,  so  haben  sie
doch  auch  zu  gleicher  Zeit  zu  häufig  einen
bedeutenden  Phosphorgehalt,  der  sie  für
die  Stahlerzeugung  untauglich  macht;
auch  fehlt  eö  an  Erzen  mit  größer»!  Mangangehalt.
  Ferner  steht  der  Entwickelung
der  Eisenindustrie  die  große  Entfernung
der  Eisenerze,  namentlich  der  reichern  und
reinern,  von  den  großen  Kohlenbecken
entgegen.  Die  gesamte  Erzproduktion
wird  in  neuester  Zeit  wie  folgt  geschätzt:
Metr.  Ton.
1)  Östliche  Magneteiscncrzzone  .  .  —  1320800
(wovon  Lake  Champlain-Region
325  280,  New  Jersey  629  920,  Cornwall
  254000,  andre  106600  Ton.)
2)  Östliche  Brauneisenerzzone  ...  —  304800
3)  Lake  Superior  -  Region  ....  —  1016000
4)  Missouri.  Region  —  335280
5)  Andre  Erzregione»  =  579120
Der  Hauptsitz  der  Eisenindustrie  ist
in  Pennsylvanien  (1880:  40  Proz.  der
Gesamtproduktion),  nächstdem  in  New
Pork,  New  Jersey,  Massachusetts,  Virginia. ­
  1880  wurden  1005  Hohöfen  und
Walzmühlen  gezählt,  von  denen  aber  ein
beträchtlicher  Teil  unthätig  war  (1877
waren  beispielsweise  nur  236  im  Betrieb).
Ihre  Produktionsfähigkeit  schätzt  man
pro  Tag  auf  19,248  Ton.,  pro  Jahr  auf
7,265  000  T.;  ihre  wirkliche  Leistung  aber
iß  Geringer,  ße  betrng  1978  gcgenübcr
  einer  Produktionsfahigkeit  von
5  Will.  I.  nur  2  WiH.  baß  m  Men
Werken  veranlagte  Kapital  betrug  1880:

923,9  Will.  Wf.  ©eit  1873  befanb  ß#
die  Eisenindustrie  in  gedrückter  Lage;  die
damals  und  schon  vorher  sehr  bedeutende
Produktion  von  Roheisen  ging  schnell  herunter, ­
  zeigt  aber  in  den  letzten  Jahren
einen  bedeutenden  Aufschwung.  Dieselbe
betrm1873:2,854,558Zon.,  ßelbiß  1876
auf  2,093,236  I.,  iß  aber  1879  auf
3,070,875  T.  gestiegen.  Mau  berechnet,
daß  die  Produktion  von  1880  die  von  1879
noch  übersteigen  wird.
Die  noch  junge  B  e  s  se  m  e  r  st  ah  l  i  n  d  u  -
strìe  —es  existierten  1879:11  Werke  (davon ­
  5  in  Pennsylvanien)  mit  20,000  Arbeitern ­
  —  hat  sich  seit  ihren  Ansängen
1867,  wo  sie  2277  GroßtouneuStahlschieneu
  produzierte,  kolossal  schnell  entwickelt;
1879  lieferten  die  obengenannten  Werke
606,369  Ton.  Dabei  fiel  aber  während
dieses  Zeitraums  der  Preis  von  697,3  Mk.
auf  203  Mk.  pro  Tonne.  Für  1880  wird
die  Produktion  auf  miudestcuS  700,000
T.  veranschlagt.  Während  die  Bessemerstahlindustrie ­
  niemals  einen  Rückgang
oder  auch  nur  einen  Stillstand  zeigte
(die  Differenzen  zweier  Jahre  betragen
mehrfach  über  100,000  T.),  ging  die
Produktion  von  Schienen  in  den  Walzwerken ­
  von  einemMarimum  von900,000
1.1872  auf  323,0001.1878  gurüd;  bic
Produktion  von  1879  schätzt  mau  ans
450,000  T.,  für  1880  aus  700,000  T.  Die
gesamte  Produktion  von  Walzeisen  (Schienen, ­
  Blecheisen)  war  1878:  1,335,769  T.
gegen  1,713,840  T.  in  1877.  Dagegen  wurden ­
  von  Stahl  fabriziert  i  87  /  :  637,3-1-%.,
  1878:  819,814  baoon:
Bessemerstahl  732226  Tonnen
Gußstahl  42906  -
Siemensstahl  36126  -
Paddel-  und  Cementfiahl.  .  8556
Diese  gesteigerte  Thätigkeit  ist  namentlich
dem  Aufschwung  des  Eisenbahnbaus  zu
verdanken,  welcher,  bei  einer  Produktion
von  650,000  Ton.  Stahlschienen  und
450,000  T.  Eisenschienen  in  1879,  1880
eine  Einfuhr  von  86,414  T.  Eisen-  und
Stahlschienen  bewirkte.  Die  vermehrte
Nachfrage  nach  Schienen  aller  Art  war
denn  auch  der  Grund,  warum  der  Export ­
  von  Schienen  sehr  bedeutend  eingeschränkt ­
  wurde,  von  einem  Wert  von
            
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