Full text: Lexikon der Handelsgeographie

W»WWW»W>»W>W>W 
Vereinigte Staaten (Finanzen, Staatshaushalt, Zölle). 
523 
Schiffe Tonnen 
Atlantische und Golfkiiste 18147 2 716779 
Paci fische Küste .... 1143 272 361 
Nördliche Seen .... 3127 605102 
Westliche Flüsse .... 2295 473792 
Die Bedeutung der amerikauischeu 
Handelsflotte für den auswärtigen Han 
del ist von Jahr zu Jahr zurückgegangen; 
während der Prozentsatz der in amerika 
nischen Fahrzeugen verschifften Ein- und 
Ausfuhr 1825 ' noch 92,5 Proz. betrug, 
sank derselbe bis 1880 ans 17,6 Proz. herab. 
2) S ch i f f s v e r ke h r. Von der Küsten 
schiffahrt sind fremde Schiffe durch Gesetz 
ausgeschlossen; den Verkehr mir dem Aus 
land vermitteln vornehmlich letztere. Die 
amerikanischen nahmen am ausländischen 
Verkehr 1850 — 60 noch mit 70 Proz., 
^ s 
1880 aber nur noch mit 17,6 Proz. teil. 
Die Schiffsbewegung war 1879 in I< 
Fahrt: 
anger 
Schiffe 
Amerikanische 
Fremde . . 
Eingegangen 
Schiffeş Tonnen 
9093 3 350853 
24301 13949164 
Ausgegangen 
Schiffeş Tonnen 
8909 354439 
23903 13739268 
Zusammen: 33394117300017 32812114093707 
Dazu kommt die amerikanische Küstcn- 
schiffahrt; es gingen 1878 ein: 74,843 
Schiffe von 34,142,785 Ton., aus: 74,219 
Wn 32,906,672 %. 
VII. Finanzen. 
Staatshaushalt. Die Bundes- 
sinanzen haben seit längerer Zeit einen 
jährlichen Überschuß ergeben, welcher 
zur Reduktion der namentlich durch den 
Krieg gegen den Süden geschwellten 
Schuld verwendet werden konnte. So 
wohl Einnahmen als Ausgaben haben 
sich stetig verringert; die ersten betrugen 
1865: 5956,4 1880: 1400,7 
Mill. Mk.; die zweiten 1865: 5419,3 
Mill. Mk. und 1880: 721,9 Mill. Mk 
Außer zur Reduktion der Schuld haben 
die Überschüsse auch zur Beseitigung oder 
Ermäßigung mancher drückenden Steuern 
und Gebühren beigetragen. Zolle und 
die alö »Inland Revenue« erhobenen 
Steuern sind die Hauptquellen der Ein 
nahmen. Direkte Abgaben werden zwar 
nicht von der Bundesregierung, wohl aber 
von den Regierungen der einzelnen Staa 
ten erhoben. Von den Bundeseinnahmen 
für 1879—80 entfallen auf Zölle 783,s 
Mill., Landverkauf 4,2 Mill., Inland Re 
venue 520,8 Mill. Mk. 1836 brachten die 
Landverkäufe noch fast 105 Mill. Mk. ein. 
Das Budget 1880—81 beziffert die Ein 
nahmen auf 1,209,600,000 Mk., die Aus 
gaben auf 1,000,730,379 Mk. 
Die Zölle dienen nicht nur als eine er 
giebige und bequeme Einnahmequelle, auch 
als ein Schutzmittel der heimischen In 
dustrie. Thee, Kaffee, Fische, rohe Baum 
wolle, Farbhölzer, Gummi, Öl, Rohseide, 
Lunchen und andre Rohprodukte sowie 
Gold und Silber zahlen keinen Zoll. Da 
gegen wird von sämtlichen Manufaktur- 
waren sowie zahlreichen Halbfabrikaten 
und Rohstoffen ein Schutzzoll erhoben, der 
im Durchschnitt 43 Proz. vom Wert be 
trägt und in einzelnen Fällen 100 Proz. 
übersteigt. Baumwoll-, Leinen-, Woll- 
und Seidenwaren zahlen zwischen 30 und 
77 Proz., Eisen und Stahl 30—50, Tabak 
nndCigarren 66—90, Zucker 25—50,Reis 
93, ßäfc 22, 25, %9em 50—78, 
Branntwein 99 und andre Spirituosen 
bis zu 346 Proz. Die sogen. Inland 
Revenue umfaßt besonders Verzehrungs 
steuern (Bier 1 Doll, das Faß, Spirituo 
sen 90 Cent das Gallon, Liköre 2 Doll. 
40 Cent das Dutzend, Cigarren 6 Doll, 
das Tausend, Tabak 24 Cent das Pfund); 
ferner Gewerbesteuern, die von Brauereien, 
Branntweinbrennereien, Cigarrenhänd- 
lcrn und Fabrikanten, Wirten und Ban 
kiers zu zahlen sind; dann Stempelgebüh 
ren (Stamp taxes) für Marken im Wert 
von 1—6 Cent, die jedem Fläschchen oder 
Kästchen aufgeklebt werden müssen, welches 
Zündhölzer, Pillen, Salben, Toilette 
bedürfnisse ii. dgl. enthält. Geldanwei 
sungen (checks) und Spielkarten müssen 
gestempelt werden- — Von der Inland Re 
venue, 1880 im Betrag von 520,8 Mill. 
Mk., entfallen aut: Spirituosen 257,o, 
Stempelgebühren 32,s, Banken und Ban 
kiers 14,i, Tabak 163,2, Bier u. Wein 53,9, 
verschiedenes1,6Mill.Mk.DieErhebungs- 
fosten beliefen sich auf 18,9 Mill. Mk. oder 
3,7 Proz. des Reinertrags. Bei der Zoll 
verwaltung betrugen diese Kosten 6 Proz.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.