Belgien (Urproduktion: Ackerbau, Viehzucht).
ist der Kartoffelbau bedeutend genug, um
bisweilen Überschüsse auf andre Märkte
zu senden. Der Ernteertrag 1877 war
1,713,970 metr. Tonnen (19,81 MM. hl)
und der Wert dieses Handels 1878: Einfuhr
5,2, Ausfuhr 2,i Mill. Mk. Deutschland
importierte 8,5 Mill, kg- im Wert
von o24,800 Mk. — Zuckerrüben baut
man m sehr ausgedehntem Maß, und
wenn schon diese Kultur in allen Provlnzen
verbreitet ist, so konzentriert sie
ich doch vornehmlich im Hennegau. Die
von Buda- in ber Gamine
1879—80 wird auf 1,595,920 Etr. beyed)itct.
Nach dieser Richtung' ist B. in
bedeutendem Grad exportfähig: 1878
wurden (in Millionen Kilogramm)
eingeführt ausgeführt
Rohzucker 17,5 58,9
Raffinade 3,8 y,3
Sirup und Melasse . . 7,4 11,1
Am bedeutendsten ist der Haildel mit
Frankreich, woher B. raffinierten Zucker
Wt (1,4 9m. m.), nnb )V0& të
Rohzucker schickt; ein Absatzgebiet für belgische
Raffinade ist England. — Der
Dachsbau bildet in Flandern eine Hauptquelle
des Wohlstands der ländlichen Bevölkerung.
Die Ausdehnung der Anbaufläche
wird für 1878 auf 57,065 ha und
ber Ertrag auf 30,053 Ton. angegeben.
Daneben nimmt der Hanfbau eine untergeordnete
Stellung ein. Die Verarbeitung
des Rohmaterials bildet aber einen
der allerwlchtigsten Erwerbszweige. Für
die Leinen-, Hanf - und Juteindustrie bestanden
1875 im ganzen 289,000 Spindeln
und 4755 Kraftstühle. Hauptsitz der
Maschinenspinnerei ist Gent: ansehnliche
Fabriken befinden sich auch in Tournay,
Roulerö, im Arrondissement Nivelles, in
Mechelu, Lüttich, Brüssel. Von Garnen
wurden 1879 eingeführt 3,i Mill, kg
gm 10,9 am. m.), io
bauen namentlich Hennegau, Brabant,
Westflandern und in solchen Mengen, daß
ein ansehnlicher Export stattfindet; ausgeführt
wurden 1878: 2,4 Mill, kg, eingeführt
1,5 Mill. kg. — Tabak wird ebenfalls
kultiviert, doch ist B. in diesem Handel
passiv, und die Cigarrenfabriken von
45
iSPss
Die Viehzucht ist im Verhältnis zur
Emwohnerzahl lvenig beträchtlich, auch
m starker Abnahme begriffen. Nach der
letzten Zählung (1866) war der Bestand:
Pfà. . 283163 I Schafe. . 586097
Kinder. .1242445 I Schweine. 632301
Danach kommen auf 1000 Einw. 59
#rbc, 274 9(111^1, 121 ©c^fc, 131
Schweine. So ist B. sehr wesentlich auf
eine Eiiifilhr angewiesen ; 1878 wurden von
Pferden 9180 Stück ein- und 8709 Stück
ausgeführt. Der Handel mit Schlachtvieh
und Fleisch zeigt aber weit bedeutendere
Dimensionen. 1878 wurden
eingeführt ausgeführt
Rinder 123201 45103
Schafe 241160 171312
Schweine 64371 67480
Fleisch (Mill. Kilogr.) . 30,4 19,i
Während der sechs Jahre von 1873—78
hat B. 624,778 Rinder importiert und nur
231,499 exportiert, so daß die Ausfuhr gegen
die Einfuhr um 393,279 Stück zurücksteht.
Von Schafen und Schweinen wurden
während desselben Zeitraums 1,308,944,
resp. 427,891 ein- und 1,477,972, resp.
591,053 Stück ausgeführt; die Ausfuhr
ivar also um 169,028, resp. 163,162
Stück größer. Was die Ein- undAusfuhr
Von Fleisch (namentlich Speck und Schinken)
anbelangt, so haben sich dieselben
parallel vermehrt, nnb immer größere
Mengen sind zum eignen Verbrauch im
Land geblieben. Der Mehrunterschied der
Einfuhr gegen die Ausfuhr, welcher 1876
erst 3,843,767 kg (12,898,514 gegen
9,054,747 kg) betrug, wird für 1879 auf
17,3 Mill, kg veranschlagt. Bei diesem
Handel nimmt Nordamerika eine hervorragende
und immer bedeutsamer werdende
Stellung ein. Von dort wurde 1878
an Fleisch allein für 13,5Mill.Mk. importiert,
außerdem für l,i Mill. Mk. Fettwaren.
— Besonders in Flandern einheimisch
Ģ die K a 11 inchenzucht; große Mengen
dwser Tiere und ihrer Häute gehen alllahrlich
von dort ins Auslands — Als